| Maßnahmen gegen den Klimawandel in Afrika |
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Es scheint unvermeidbar, dass es auf der Erde wärmer wird. Die Erderwärmung würde selbst dann noch ein paar Jahrzehnte weiter zunehmen, wenn ab sofort keine Treibhausgase mehr produziert würden.
Entscheidend ist jetzt, den Temperaturanstieg um nicht mehr als zwei Grad ansteigen zu lassen. Denn dann können die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels vermieden werden.Wenn wir bis 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid weltweit um 30 % reduzieren, ist es möglich, dieses Ziel zu erreichen. Langfristig sollten die Treibhausgase global bis 2050 um mindestens 50 % gesenkt werden. Um diese Ziele zu erreichen sind radikale Maßnahmen erforderlich, die auf internationaler Ebene von allen Staaten und Gesellschaften getragen und umgesetzt werden. Die Hauptverpflichtung tragen jedoch die Industriestaaten, sie müssen mit gutem Beispiel voran gehen und verstärkt auf regenerative Energien setzen. Gleichzeitig müssen die Länder in benachteiligten Regionen finanziell und technisch unterstützt werden bei der Installation und Nutzung alternativer Energien. In dem Protokoll von Kyoto/Japan verpflichten sich die Länder der Klimarahmenkonferenz 1997 erstmals auf verbindliche Handlungsziele und Umsetzungsinstrumente. Die Industriestaaten vereinbaren, ihre Treibhausgasemissionen im Zeitraum von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. 2001 sind die USA unter der Regierung George W. Bushs aus dem Kyoto-Abkommen ausgestiegen. Große Hoffnung besteht nun, dass mit der neuen Regierung unter Präsident Barack Obama die Klimaschutzmaßnahmen in den USA einen größeren Stellenwert erhalten und die USA, als Staat mit dem höchsten Treibhausgas-Ausstoß, sich den internationalen Bemühungen anschließen. Dazu die Klima-Allianz (Zusammenschluss von über 100 Organisationen). „Die Industrieländer sind die Hauptverantwortlichen für eine Entwicklung, bei der im Interesse kurzfristiger materieller Gewinne und einer ressourcenintensiven Lebensweise die ökologischen Begrenzungen missachtet wurden. Daher müssen nach dem Verursacherprinzip die für den Klimawandel verantwortlichen Länder, Unternehmen und Konsumenten für die Klimaschäden und die Kosten der Anpassung in den besonders betroffenen Entwicklungsländern aufkommen. Diese haben zudem – ergänzend zu ihren eigenen Anstrengungen – Anspruch auf Unterstützung beim Aufbau einer klimaverträglichen Energieversorgung. Dabei geht es nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit.“ Hier die Hauptforderungen der Klima-Allianz an die Internationale Politik zum Klimawandel. Die Erwartungen an die internationalen Verhandlungen in Kopenhagen, im Dezember 2009, waren groß. Hier eine Kurzanalyse des Klimagipfels von Germanwatch Nach Kopenhagen: Volle Kraft voraus im Klimaschutz Kampagne von Campact, Germanwatch, Oxfam u.a. "Klimaschutz: Keine Sparschwein-Politik" Kampagne "Countdown to Copenhagen" protestantischer Hilfswerke Germanwatch: Resümee des Klimagipfels in Cancun/Mexiko 2010 Der Klimagipfel in Südafrika wurde im Juni 2011 mit ersten Schritten bei den Klimaverhandlungen in Bonn vorbereitet werden. Dazu eine Stellungnahme von Germanwatch. Vom 28. November bis 9. Dezember versammelten sich Delegierte von 194 Staaten zur 17. UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban. Die 15.000 Teilnehmer der Konferenz sollten eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll von 1997 beschließen, das Ende 2012 ausläuft. Die 17. Klimakonferenz war geprägt von zähen Verhandlungen. Beschlossen wurde, dass das Kyoto-Protokoll fortgeschrieben wird. 37 Industriestaaten, nicht aber zum Beispiel die USA und China, beteiligen sich momentan an dem Protokoll. Kanada, Japan, Russland und Neuseeland haben angekündigt, sie wollten bei dieser zweiten Verpflichtungsperiode nicht mehr dabei sein. Kanada hat einen Tag nach Ende der Konferenz bereits als erster Staat den Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll vollzogen. Es ist geplant, bis spätestens 2015 ein Abkommen zu vereinbaren, das auch die Klimaziele von Nicht-Kyoto-Staaten erfasst und ab 2020 in Kraft tritt. Dazu zählen auch die USA, China und Indien. Daneben soll auch die Arbeitsfähigkeit des Grünen Klimafonds hergestellt werden. Dafür wird ab 2012 ein Gremium zuständig sein, welches hauptsächlich für die Beschaffung der Mittel zuständig ist. Der Fonds soll dazu beitragen, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für Entwicklungsländer bereitzustellen, damit sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Zum Weiterlesen: http://www.spiegel.de/thema/uno_klimakonferenz_2011/ Lokale Klimalösungen für Afrika BürgermeisterInnen aus Afrika haben an die internationale Gemeinschaft appelliert, ein gerechtes und umfassendes globales Klimaschutz-Abkommen zu schaffen. Dies ist das Ergebnis des vom ICLEI Afrika-Sekretariat organisierten Kongresses „Local Climate Solutions for Africa 2011", an dem BürgermeisterInnen und lokale EntscheidungsträgerInnen von mehr als 50 afrikanischen Städten aus 25 Ländern teilgenommen haben. In ihrer Abschlussdeklaration fordern sie dazu auf, die Aktivitäten der afrikanischen Städte- oder Gemeindeverwaltungen als Schlüssel zu einer armutsorientierten Lösung der mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen zu betrachten. Ende 2011 soll die „African Mayors Climate Change Declaration" in die Beratungen des Klimagipfels der Vereinten Nationen in Durban eingebracht werden. http://locs4africa.iclei.org/files/2011/03/African-Mayors-Climate-Change-Declaration_Final.pdf
Auch auf EU-Ebene sind verstärkte Anstrengungen für eine Minderung des Klimawandels notwendig. Das Klima-Paket der EU beinhaltet eine Reihe notwendiger Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Energiepolitik bis zum Jahr 2020. Dazu Andree Böhling, Klimaexperte von Greenpeace: “Der Entwurf gibt unter anderem vor, wie viel CO2 die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten durch welche Maßnahmen einsparen müssen. Durch das gesamte Paket sollen bis 2020 EU-weit jedoch nur 20 Prozent Treibhausgase gegenüber 1990 eingespart werden. Das ist eindeutig zu wenig. Wenn die EU beim Klimaschutz wirklich eine internationale Vorreiterrolle einnehmen möchte, darf sie nicht mit solchen Minimalzielen daherkommen, sagt Andree Böhling, Klimaexperte von Greenpeace. Er fordert eine Einsparung von mindestens 30 Prozent. Alles andere widerspricht den Beschlüssen der letzten Klimakonferenz in Bali und den eigenen Bekundungen.“ (http://www.greenpeace.de/themen/klima/nachrichten/artikel/eu_klimapaket_ein_zoegernder_start/) Forderungen auf Europäischer Ebene der Klima-Allianz. In Bezug auf die Entwicklungs- und Schwellenländer meint die Klima-Allianz: „Die Europäische Union muss ihr zögerliches Verhalten bei der Klimapolitik endlich aufgeben. In der am Mittwoch veröffentlichten EU-Position für die entscheidende UN-Klimakonferenz in Kopenhagen sehen Vertreter der Klima-Allianz einen "erneuten Beleg für halbherziges Taktieren". Das breite gesellschaftliche Bündnis von mehr als 100 deutschen Verbänden und Institutionen forderte die EU auf, den Entwicklungs- und Schwellenländern endlich konkrete Angebote zu unterbreiten, wie die erforderlichen Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen durch Finanzhilfen und Technologietransfer unterstützt werden könnten.“ (http://www.die-klima-allianz.de/wp-content/uploads/pm_eu_pos_final.pdf) Der Klimawandel ist aber auch Folge einer verfehlten Energiepolitik in den einzelnen Staaten, auf nationaler Ebene - auch in Deutschland. So lehnt die Bundesregierung im Interesse der heimischen Autoindustrie die Einführung strenger Auflagen für Neuwagen ab 2012 ab. Der Bau von 20 neuen Kohlekraftwerken ist in Planung oder bereits in der Umsetzung. In Folge dessen ist ein erhöhter CO2 Ausstoß zu befürchten. Regenerative Energien müssen auch in Deutschland stärker genutzt und die Förderungen für deren Nutzung ausgebaut werden. Siehe Oxfam Deutschland (http://www.oxfam.de/a_zusatzseite.asp?id=392) Hauptforderungen auf nationaler Ebene und zu globaler Verantwortung. Anpassung an den Klimawandel ist eine Voraussetzung für entwicklungspolitische Fortschritte. Es geht dabei um weit mehr als die Finanzierung zusätzlicher Anpassungsprojekte in der Entwicklungszusammenarbeit. Anpassungsstrategien müssen sowohl auf nationaler Ebene in den afrikanischen Ländern selbst als auch auf internationaler Ebene erarbeitet werden. Im klimapolitischen Prozess auf UN-Ebene werden Least Developed Countries (LDCs) finanziell dabei unterstützt, so genannte „Nationale Aktionsprogramme der Anpassung (NAPAs)“ zu erarbeiten. Die NAPAs sollen sich auf die dringlichsten und unmittelbarsten Anpassungsbedürfnisse fokussieren, bei denen eine weitere Verzögerung die Verletzlichkeit eines Landes erhöhen oder zu später höheren Anpassungskosten führen würde. Aus dem Südlichen Afrika liegt aus Malawi und Mosambik mittlerweile ein solches Programm vor. Siehe auch Beispiel Senegal „Warten, dass die Schuldigen handeln“ E + Z 12/2008 (http://www.inwent.org/ez/articles/082771/index.de.shtml) Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel. Die Bevölkerung dieser Länder muss in die Lage versetzt werden, sich besser gegen die Klimarisiken zu wappnen. Der Klimawandel rückt das Wassermanagement in den Fokus entwicklungspolitischer Arbeit. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit erprobt seit einigen Jahren Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und überträgt die Erfahrungen auf andere Projekte. In Benin werden der ländlichen Bevölkerung Methoden vermittelt, um bei der Landwirtschaft die immer knapper werdende Ressource Wasser nicht zu stark zu belasten. Nach der Flutkatastrophe in Mosambik im Jahr 2000 mit 800 Todesopfern wurde ein Frühwarnsystem aufgebaut, das sich bei einer erneuten Flut 2007 bewährt hat: Die Menschen waren vorbereitet und konnten sich in Sicherheit bringen. Quelle: BMZ Recht auf internationale Unterstützung - über die Auswirkungen des Klimawandels in Madagaskar und wie darauf reagiert wird. E+Z 1/2009 (http://www.inwent.org/ez/articles/084421/index.de.shtml) Was kann der/die Einzelne tun? Durch Energiesparmaßnahmen und Verhaltensänderungen kann jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen. Der Flugverkehr trägt mit etwa 8% zur globalen Erwärmung bei und ein Flug nach Teneriffa und zurück ist so klimaschädlich wie ein Jahr Autofahren. ![]() Angesichts dieser Tatsache sollte man sich überlegen auf den einen oder anderen Flug zum Shoppen nach London oder übers Wochenende nach Mallorca zugunsten des globalen Klimas zu verzichten oder aber die durch den Flug entstehenden CO2-Emissionen auszugleichen. Viele Flugreisende nutzen bereits die Möglichkeit diese CO2-Emissionen durch Klimaschutzprojekte zu kompensieren und somit ihren Flug klimaneutral zu gestalten. Weitere Informationen dazu siehe: atmosfair, gemeinnützige GmbH mit Sitz in Bonn myclimate , Non-Profit-Stiftung Klimaticket Aachen-Kapstadt, Projekt der Agenda21-Partnerschaft Aachen-Kapstadt Der Weg zur Arbeit muss nicht mit dem Auto zurück gelegt werden. Wo möglich, macht er auf dem Fahrrad doppelt so viel Spaß und ist auch noch gesund. Klimaschutz beginnt im Haushalt! Die 77 besten Klimaschutz-Tipps vom Nabu und von Greenpeace. "Die Rechnung" Neuer Germanwatch-Film auf Youtube In dem vierminütigen Beitrag "Die Rechnung" von Peter Wedel steht der CO2-intensive Lebensstil eines Großstädters im Gegensatz zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Menschen in Entwicklungsländern. http://www.youtube.com/v/EmirohM3hac |
ZDF Mediathek
Video: Hotspot Afrika
Die Folgen des Klimawandels
Video: Heinrich-Böll-Stiftung
Autor: Marc Engelhardt
Kamera: Leila Knüppel
Video: Heinrich-Böll-Stiftung
Autor: Marc Engelhardt
Kamera: Leila Knüppel
Entscheidend ist jetzt, den Temperaturanstieg um nicht mehr als zwei Grad ansteigen zu lassen. Denn dann können die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels vermieden werden.
In dem Protokoll von Kyoto/Japan verpflichten sich die Länder der Klimarahmenkonferenz 1997 erstmals auf verbindliche Handlungsziele und Umsetzungsinstrumente. Die Industriestaaten vereinbaren, ihre Treibhausgasemissionen im Zeitraum von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. 2001 sind die USA unter der Regierung George W. Bushs aus dem Kyoto-Abkommen ausgestiegen. Große Hoffnung besteht nun, dass mit der neuen Regierung unter Präsident Barack Obama die Klimaschutzmaßnahmen in den USA einen größeren Stellenwert erhalten und die USA, als Staat mit dem höchsten Treibhausgas-Ausstoß, sich den internationalen Bemühungen anschließen. 



