Frauenfußball
Die Geschichte des Frauenfußballs

Leistungssport war bis in das 20. Jahrhundert hinein Männersache und entsprach nach dem traditionellen Rollenbild nicht dem Wesen der Frau. Leibesübungen waren höchstens angedacht für junge Frauen und Mädchen und sollten vor allem der Gesundheit dienen, die nötig ist zur Ausübung der Rolle als Mutter und Hausfrau. Anmut, Zierlichkeit und Schönheit wurden als die Bestimmung der Frau angesehen. Sportliche Wettkämpfe passten nicht in das Bild der Frau.
Nach dem ersten Weltkrieg schaffte die Offenheit des politischen Systems der Weimarer Republik günstige Vorraussetzungen dafür, Frauen einen Einstieg in den Wettkampfsport zu gewähren. Trotz staatsrechtlicher Gleichstellung waren die traditionellen Rollenbilder noch tief verankert in der Gesellschaft und in vielen Sportarten wurde Frauen der Zugang weiterhin verwehrt.
Fußball galt zu dieser Zeit als "männliches Kampfspiel" und obwohl sich bereits die ersten Frauen gegen diese allgemeine weltanschauliche Haltung zur Wehr setzten und die Fußballschuhe schnürten, sollte es noch lange dauern bis sich der Frauenfußball etablieren konnte.
(vgl. http://www.bpb.de/themen/CE11Q4,0,0,Geschichte_des_Frauenfu%DFballs.html)
Der erste, 1930 gegründete Frauenfußballverein, 1.DFC Frankfurt, existierte als Folge von Angriffen aus der Presse und dem aufkeimenden Nationalsozialismus lediglich ein Jahr.
In der folgenden NS-Zeit galt Fußball neben Boxen, Radfahren usw. als "Kampfsport". Dieser entsprach nach Auffassung des Regimes in seinen Eigenarten nicht dem Wesen der Frau. Somit wurden die Ansätze im Wettkampfsport unter Frauen zurückgedrängt.
Die Belebung des Frauenfußballs im konservativen Nachkriegsdeutschland, vor allem im Ruhrgebiet, wurde dann vom DFB 1955 jäh gestoppt, indem "Damenfußball" auf dem DFB Bundestag aus "ästhetischen Gründen und grundsätzlichen Erwägungen" abgelehnt wurde. Trotz der Androhung von Strafen seitens des DFB entstanden erste Frauenfußballvereine.
Am 23.9.1956 kommt es in Essen vor 18.000 Zuschauern zum ersten Fußball-Länderspiel der Damen zwischen Westdeutschland und Westholland, welches Deutschland mit 2:1 gewinnt. Trotz der großen Zuschauerzahlen und immer mehr Vereinen und Spielerinnen führte der DFB seinen Kampf gegen den "Damenfußball" weiter bis ins Jahr 1970.
Im Zuge der 68er Bewegung änderte auch der DFB seine Meinung und bereits ein Jahr nach der offiziellen Regeländerung verzeichnete der DFB 112.000 weibliche Mitglieder. Die erste deutsche Frauenfußball-Meisterschaft steigt dann 1974. Anfang der 80er Jahre findet der Aufbau einer ersten offiziellen Frauen Fußballnationalmannschaft statt, welche 1989 ihr erstes Länderspiel bestreitet.
(vgl. http://www.bpb.de/themen/CE11Q4,0,0,Geschichte_des_Frauenfu%DFballs.html)
Bei der Weltmeisterschaft 2003 in den USA gelingt dem Team der erste Weltmeistertitel.
Mittlerweile beziffert der DFB die weibliche Mitgliederanzahl auf über eine Million.
(http://www.dfb.de/index.php?id=12411

http://www.bpb.de/themen/6YYRO3,0,Die_graue_Spielzeit.html




Fußball Weltmeisterschaft der Frauen 2011 in Deutschland


2011 steht nach der WM 2006 mit der mit der Frauenfußball Weltmeisterschaft das nächste große Sportereignis in Deutschland an. Zwischen dem 26. Juni -17. Juli kämpfen die Weltmeisterinnen von 2007 aus Deutschland mit 15 weiteren Nationen um den begehrtesten Pokal im Frauenfußball. Das Teilnehmerinnenfeld setzt sich aus zwei afrikanischen, drei asiatischen, einer ozeanischen, zwei südamerikanischen, fünf europäischen und zwei nord- bzw. mittel-amerikanischen Mannschaften zusammen. Den letzten Platz machen die zwei besten, nicht qualifizierten Mannschaften aus Europa und Nordamerika unter sich aus. Die WM unter dem Motto „20 ELF VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE!" wird in neun Stadien in verschiedenen Teilen der Bundesrepublik ausgetragen. Bis auf das Eröffnungsspiel in Berlin und vier weitere Spiele, darunter das Finale und ein Halbfinale in Frankfurt, werden alle Spiele in Stadien ausgetragen, die 2006 nicht Veranstaltungsort während der WM waren.  http://de.fifa.com/tournaments/archive/womensworldcup/germany2011/index.html 

Für Afrika gehen zwei Teams mit ins Rennen, die in der Frauenmeisterschaft des afrikanischen Kontinentalverbandes CAF ermittelt wurden. Die Afrikameisterschaft wurde in Südafrika ausgetragen, wodurch sich das Land automatisch für die Endrunde qualifizierte. Die Fußballteams aus Ägypten, Togo und Kenia zogen ihre Teilnahme an der Meisterschaft zurück. Dadurch erhielten Teams aus Ghana, Kamerun, Äquatorialguinea, Tunesien und Nigeria ein Freilos für die Spiele. In zwei Qualifikationsrunden stellten sich schließlich Äquatorialguinea, als WM-Erstteilnehmer und Nigeria als Sieger heraus, wobei das Nationalteam aus Nigeria mit 4:2 gegen das Team aus Äquatorial-Guinea im Finale durchsetzte.
(http://www.w-wie-wm.de/frauenfussball-wm-2011/qualifikation-frauenfusball-wm-2011/afrika)

Der Frauenfußball ist bereits seit einigen Jahren im Begriff sich aus dem überaus mächtigen Schatten des Männerfußballs zu bewegen. Für die Medien ist Frauenfußball längst kein Sommerloch-Thema mehr. Der ehemalige Nationalspieler und Fußballtrainer Mathias Sammer bescheinigt: "Frauenfußball hat enormes Potenzial". Auch Franz Beckenbauer und die ehemalige Nationalspielerin Steffi Jones, die dem Organisations-Komitee der Frauenfußball-WM vorsitzen, bestätigen ebenso wie FIFA Präsident Blatter, dass sich der Frauenfußball weltweit entwickelt, selbst im Iran.(http://de.fifa.com/u20womensworldcup/news/newsid=1279755.html)

Die Teilnahme eines U15  Mädchen-Teams des Iran an den Olympischen Jugendspielen in Singapur zeigt, dass der Frauenfußball die Startblöcke verlassen hat und wie Steffi Jones sagt als "Entwicklungssportart" auf dem Vormarsch ist. Doch noch gibt es viel zu tun um den Frauenfußball in der Breite zu etablieren. In vielen konservativen und von traditionellen Werten geprägten Ländern bekommen Frauen keine faire Chance ihre Leidenschaft für den Fußball auszuleben. Gerade in Afrika könnte sich die "integrative Kraft des Mädchenfußball" noch viel stärker entfalten als sie dies bis jetzt tut. In Sachen Frauenfußball gilt Nigeria als das Vorbild in Afrika und beschäftigt wie Namibia, Südafrika und Botswana auch eine Frau als Nationaltrainerin. Diese sind auch Vorbilder für die Frauen in der Gesellschaft, denn Frauenfußball ist nicht nur einfach ein Sport, sondern dient auch dazu, gesellschaftspolitische Themen voranzutreiben.

(Quelle: http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/das-sommermaerchen-der-frauen/)


Gender Kicks 2011

Anlässlich der Frauenfußball Weltmeisterschaft 2011 startet die Heinrich-Böll-Stiftung zusammen mit dem Gunda-Werner-Institut die Kampagne „Gender Kicks 2011“. Ziel dieser Kampagne lautet: „Das Fußballereignis aus feministischer und geschlechter-demokratischer Perspektive zu begleiten.“
Unter www.boell.de/genderkicks stellt die Stiftung online zahlreiche Tipps zu Veranstaltungen, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und Vorträgen, die sich dem Thema Frauenfußball widmen bereit und leistet „Gegnerinnen-Aufklärung“.
Auf einer bundesweiten Tour durch 12 WM-Städte begaben sich Gäste aus Nigeria, Brasilien, Mexiko und Deutschland auf Spurensuche und erforschten die Fußballkultur der WM-Teilnehmerländer, die Geschichten der Fußballteams und beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Fragen zu Geschlechtergleichstellung. Dies alles im regen Austausch mit anderen fußballbegeisterten Menschen aus der gesamten Bundesrepublik.
Die Heinrich Böll Stiftung initiierte diese Kampagne, da die Gleichstellung der Geschlechter im Kontext ihrer Arbeit einen hohen Stellenwert einnimmt. Das Thema Frauenfußball im Rahmen der Frauenfußball-WM bietet sich über das sportliche Ereignis hinaus an, um gesellschaftspolitische Themen voranzutreiben und Fragen der Geschlechterdemokratie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Weitere Informationen zur Frauenfußball-WM :

Kampagne "Gender Kicks 2011"
: http://www.boell.de/demokratie/geschlechter/feminismus-geschlechterdemokratie-gender-kicks-frauenfussball-wm-2011-11601.html

Informationen über die Teams aus Nigeria und Äquatorialguinea:

Beitrag Heinrich-Böll-Stiftung "Nigeria: Die Hoffnung auf das große Geld"

Ayishat Falode über "Geschlechter(un)gerechtigkeit im Frauenfußball in Nigeria"

Beitrag: "Äquatorialguinea: Ein Außenseiter macht große Fußball-Schritte"

Broschüre „Sport und Teilhabe“ der Bundesagentur für politische Bildung:
http://www.bpb.de/files/2RPJX7.pdf


Videos:

Ein toller Service für alle die etwas mehr über die WM 2011, den deutschen Kader und Frauenfußball im Allgemeinen erfahren möchten. Der Podcast des DFB bietet interessante Interviews, jede Menge wissenswertes zur WM und zum Frauenfußball weltweit.
--> http://tv.dfb.de/index.php?tpl=fe_rssfeed

Die Hoffnung der südafrikanischen Frauen-Nationalmannschaft Banyana Banyana auf die WM 2011
http://www.youtube.com/v/-bQTcvmSRVg


verschiedene Videos zum Thema Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011 - http://tv.dfb.de/index.php?s=1&c=14&p=1


Fußball Weltmeisterschaft der Frauen 2007 in China

Nachdem eigentlich schon 2003 die Weltmeisterschaft in China stattfinden sollte, jedoch wegen dem Ausbruch von SARS nach 1999 abermals in den USA stattfand, klappte es 2007 mit der Ausrichtung des Turniers. Insgesamt 16 Mannschaften kämpften um den Titel, den sich Deutschland mit einem 2:0 im Finale gegen die Brasilianerinnen sicherte.
Die übertragenden Sendeanstalten in Brasilien und Deutschland (das Finale im ZDF verfolgten 9,05 Millionen Zuschauer, das entsprach 50,5% Marktanteil) verzeichneten Rekordeinschaltquoten für Frauenfußballspiele trotz ungünstigen Sendezeiten wegen der Zeitverschiebung. Der Trainer der deutschen Herrennational-mannschaft, Joachim Löw lobte den bei der WM gespielten Fußball als "tolle Werbung und Fußball vom Feinsten". Ein solches Niveau in der Spitze hatte bisher kein Fußballturnier der Frauen erreicht. Ein Blick auf das erste Gruppenspiel der deutschen Frauen gegen die Argentinierinnen offenbart jedoch auch die große Schere zwischen den Topteams und dem Rest der Welt. Das Spiel wurde mit elf zu null gewonnen.
Wenn der positive Trend sich fortsetzt und in vielen Staaten weiter Strukturen im Frauenfußball aufgebaut und gestärkt werden, dann werden die Topteams Deutschland, USA und Brasilien bald Konkurrenz bekommen. Die WM 2011 in Deutschland wird auch in diesem Punkt ein erster Fingerzeig sein.


Frauenfußball in Afrika – Ghana und Nigeria ragen heraus

Erst zwei afrikanische Staaten haben bisher an einer Frauenweltmeisterschaft teilgenommen. Das Team Nigerias hat bisher kein einziges Weltmeisterschaftsturnier verpasst und ist seit 1991 immer dabei.
Bis 1999 war Nigeria auch der einzige afrikanische Vertreter doch dann gesellte sich Ghana hinzu und spielte seitdem drei WMs hintereinander.
Der ganz große Erfolg ist den Afrikanerinnen bis jetzt verwehrt geblieben, doch Steffi Jones vom Organisationskomitee traut den Nigerianerinnen durchaus zu, sich bei der Weltmeisterschaft 2011 unter die besten vier Mannschaften zu spielen. Dies würde einen großen Erfolg und die erste Halbfinalteilnahme eines afrikanischen Teams bei einer WM, ob bei Frauen oder Männern, überhaupt bedeuten.
Die Teams von Nigeria und Ghana haben in ihren Ländern trotz ihres sportlichen Erfolgs auch immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Vielen Frauen ist es dort aufgrund von Armut, Arbeit oder Diskriminierung nicht möglicht oder sogar verboten Fußball zu spielen und auch die Nationalteams sind längst nicht voll etabliert und legitimiert. Gelder und Prämien fließen nicht immer in die richtigen Taschen und die Trainingsbedingungen lassen zu wünschen übrig. Trotz allen Schwierigkeiten haben viele die wichtige gesellschaftspolitische Rolle des Frauenfußballs erkannt. Nigerias Trainer der WM 2007 Ntiero: "Zu den Aufgaben meiner Mannschaft gehört es, den Menschen in Nigeria zu zeigen, dass Frauen das selbe tun können, was auch Männer tun." Er ist sich sicher öffentlichkeitswirksame Erfolge "können helfen, die Dynamik der Gleichberechtigung tiefer in der Gesellschaft zu verankern".

Dank eines Fifa Präsidenten, Joseph Blatter, der dem Frauenfußball eine große Zukunft prophezeit und großen Investitionen seitens des solventen Weltverbandes schreitet die Entwicklung, selbst in den muslimischen Staaten Afrikas schnell voran. Fußball spielen kann für viele Frauen in Afrika ein Weg sein sich selbst zu verwirklichen.
http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/aufschwung-in-afrika/

Afrikas Frauenfußball im Aufschwung
http://www.touring-afrika.de/afrika-blog/2010/01/05/frauenfussball-aufschwung-in-afrika/

Frauenfußball in Südafrika: http://de.fifa.com/worldcup/archieve/southafrica2010/destination/footballsouthafrica/womans.html

Frauenfußball in Afrika, Interviews, Berichte, News: http://www.womensoccer.de/tag/afrika/

Afrikas Frauen entdecken den Fußball:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8332088/Afrikas-Frauen-entdecken-den-Fussball.html