Happy Birthday Africa!?
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Andreas Kahler bloggt bis zum Herbst für uns aus Lusaka, wo er das "Center for Trade Policy and Development" (http://cstnz.co.zm) in Sachen Organisationsentwicklung berät. Nachdem er von 2007 bis 2009 innerhalb des Good-Governance-Programms von GTZ und DED als NGO-Berater mit einem Schwerpunkt auf Rohstoff-Governance in der Bergbaustadt Solwezi tätig war, liegt sein Fokus in der Hauptstadt aktuell auf gerechter Handelspolitik. Andreas Kahler lebte vor seinen Sambia-Einsätzen in Berlin und NRW. Tätig war er zuvor als Journalist und Bildungsmanager. 17.08.10 - BMZ-Minister Niebel kommt nach Sambia Anlässlich eines Empfangs für sambische und deutsche Wirtschaftsvertreter kündigt Botschafter Frank Meyke offiziell den Besuch durch Bundesminister Dirk Niebel an. Niebel wird mit Delegation Anfang Dezember mehrere Städte in Sambia besuchen; zwei Schwerpunkte dabei sind Bergbau und Tourismus. KollegInnen sagen, hiermit stehe von deutscher Seite aus „seit Menschengedenken" der erste echte Ministerbesuch vor der Tür. Während der vergangenen Jahre besuchten Sambia allenfalls einmal Bundestagsabgeordnete, aber niemals höhere Regierungsvertreter. Natürlich sorgt die Ankündigung hier innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit nun für einigen Wirbel. Ist ja schließlich eine große Chance, einen positiven „Hingucker" für Sambia und deutsche EZ zu erzielen. 12.08.10 - MTN, Zain & Co. - Handys sind kein Luxus, aber teuer Gehört für Deutsche der Fernseher zum Existenzminimum, so wäre den Sambiern das Handy das vergleichbar Wichtigste – gäbe es auch hier eine Sozialhilfe. cell oder mobile phones gelten sogar – oder, in Ermangelung irgendwelcher Festnetze: besonders und gerade - auf dem Lande nicht als Luxus, obschon sie gewiss immer auch ein Prestigeobjekt darstellen. Selbstverständlich kann sich nicht jede/r ein Motorola RAZR oder gar BlackBerry leisten.Wer irgendwie kann jedoch, hat stets und ständig sein phony bei sich. Am kostspieligsten wirkt sich insgesamt dabei das Telefonieren aus; denn die Mobilfunknetze von MTN, Zain & Co. gestatten kaum Billigtelefonieren. Für viele Menschen geht so fürs Handy mehr Geld drauf als für Lebensmittel. Ein kleines Gegenmittel ist das pagen: Es wird bloß einmal kurz angeklingelt und dann auf einen Rückruf gewartet – in voller Zuversicht, dass die oder der Angerufene schon zahlungsstärker als man selbst ist. Ein anderer, eher gleichberechtigter Trick beim pagen besteht darin, vor dem mobilen Telefonieren die Bedeutung des Anklingelns genauer zu verabreden; beispielsweise einen Treffpunkt auszumachen, zu den sich aufs Signal hin dann beide begeben etc. Wenn es um ganz einfache Dinge geht, lässt sich so manchmal ganz gut übers Handy kommunizieren, ohne einen Kwascha Geld auszugeben. Klingeltöne sind dank Internet unendlich unterschiedliche zu hören. Was oft kuriose Effekte zeitigt: da erklingt in traditionell-afrikanischer Dorfumgebung Leierkastenmusik oder Jodelmusik! Oder eben der neueste US-Chart-Hit vom Handy einer jungen Frau am Cassava-Marktstand, ins Chitenge-Wickeltuch gehüllt, mit Kleinkind auf dem Rücken. 25.07.10 „Lasst das Kupfer doch in der Erde!" – im Streit um faire Anteile an Bergbauausbeute CTPD, das Centre for Trade Policy and Development hat seit Juli eine Folge von Diskussionsforen in verschiedenen Landesteilen durchgeführt, um öffentlich zu beratschlagen, welche Steuern und Abgaben auf den Kupferbergbau das beste Entwicklungsergebnis fürs Land bringen. Nach Hauptstadt und Copperbelt war zuletzt Solwezi im „neuen Kupfergürtel" des Nordwestens an der Reihe: „The Mining Tax Debate: An endless Tag of War?", so hieß die Überschrift unserer teils hitzigen Diskussionen. Im Kern geht es ums Für und Wider der Windfall Tax – einer speziellen Besteuerung unerwarteter Minengewinne aufgrund plötzlicher Höhenflüge des Kupferpreises. 2008 eingeführt, nachdem die Preise hoch schossen, aber Sambia nach wie vor wenig von den – fast ausnahmslos ausländischen – Bergwerksunternehmungen profitierte, schaffte sie die gegenwärtige Regierung wieder ab, was ein sehr gespaltenes Echo hervorrief. In den nächsten Wochen wird CTPD die Ergebnisse der Streitgespräche in Form von Policy Briefs zusammenfassen und Empfehlungen zur künftigen Steuergestaltung zugunsten eines angemessenen Ressourcenmanagements vorlegen. 06.07.10 - Mosi-Oa-Tunya – „donnernder Rauch" über den Viktoriafällen Und gleichviel, ob per Flugzeug, zu Wasser oder zu Land: Wer sich Livingstone nähert, sieht schon aus der Ferne die typischen weißen Wolken in die Luft aufsteigen. Wie mächtige Rauchwolken steigt der Wasserdampf über den Wasserfällen in den Himmel, und beim näher Kommen hört man dann die dazu gehörige Geräuschkulisse: smoke that thunders (mosi-oa-tunya) nannten die Einheimischen das Naturphänomen der Fälle. Ein Besuch der Viktoriafälle ist ein einzigartiges Erlebnis – jedes Mal anders. Schon die Lichtverhältnisse unterscheiden sich von Tag zu Tag. Diesmal überwältigten uns aber vor allem die schieren Wassermassen; erst kürzlich hatten die Fälle nämlich ihren Jahreshöchststand. Und auch, wer sich Regenmantel, Schirm und Sandalen ausleiht, um beim Spaziergang an den Fällen nicht nass zu werden, bleibt jetzt garantiert nicht trocken. So fühlt man sich, inmitten von Gischt und Wasser von allen Seiten, den Fällen besonders nah. Etwas geringer mag dafür die Muße sein, in Ruhe Einzelheiten der immer wieder prächtigen Regenbögen über den Fällen oder etwa verschiedener Sturzflutgestalten zu bewundern. 05.07.10 - Witchcraft im Museum und außerhalb Hexenglaube und magisches Denken sind südlich der Sahara überall noch weit verbreitet. 40 Prozent der Afrikaner/innen glauben an witchcraft (laut PEW Forum, BBC); nicht anders in Sambia. Weil die Praktiken gemeinhin im Verborgenen ausgeübt werden, bieten sich wenige Gelegenheiten, unmittelbar Zeuge magischer Handlungen zu werden. Doch sind Hexerei und Magie als Thema andauernd gegenwärtig. Vorhin, im Museum von Livingstone, unterhielten sich vor keinem anderen Ausstellungskasten die zahlreichen Besucher so fasziniert und erregt wie vor der Sammlung von charms und sonstigen merkwürdigsten Kultgegenständen – in der Vitrine zwischen den Abteilungen „traditionelle Heilkunde" und „Tod und Jenseits". Die wichtcraft-Ausstellungen beeindrucken sowohl im Lusakaer wie im Livingstoner Museum. An beiden Orten sprengen die Exponate gleichsam den musealen Rahmen, nicht unähnlich den kultischen Objekten einer Kirche. Krass zeigte sich erst neulich, wie der Hexenglaube das politische Leben beeinflusst, als das house of chiefs (Repräsentantenhaus der Oberhäupter der unterschiedlichen Volksgruppen) sehr kontrovers debattierte, ob der Staat nicht „endlich" die Hexerei anerkennen müsse, damit die Magie treibenden Übeltäter „ordentlich" bestraft werden könnten. Es ist wohl als Glück zu werten, dass diese Kontroverse – vorläufig - zu keinem Schlusspunkt gelangte. Zivilgesellschaftlichen Aufklärungskampagnen wird so rasch jedoch offenbar nicht die Arbeit ausgehen. 23.06.10 - „Business Survey": Erste umfassende Untersuchung zur Gesamtökonomie Sambias betont Wert der Subsistenzwirtschaft Spät, aber dann richtig: Erst 2008 wurden empirische Daten erhoben, die nun allerdings eine wirklich repräsentative Grundlage abgeben, um das Profil und die Produktivität der sambischen Wirtschaft vollständig zu beschreiben. Bei der Vorstellung der Untersuchungsbefunde – für die Studie zeichnen gemeinsam Weltbank, Regierung, Finmark Trust sowie das Zambia Business Forum verantwortlich – konnte kaum Freude aufkommen, doch zumindest haben nun alle Akteure einen klaren Blick auf die ernüchternden Wirtschaftsrealitäten im Land. In der Tat legt der Forschungsbericht nahe, von „zwei Welten" zu sprechen, wenn man nicht nur die wenigen größeren Unternehmen betrachtet, sondern auch die vorherrschenden „Mikro, Small and Medium Enterprises" in Augenschein nimmt: „kleinste Kleinbetriebe, zumeist informell, durch Selbstunternehmer betrieben, meistens eher auf Heimarbeit gründend und auf Einkommens-schaffende Tätigkeiten ausgerichtet denn auf klar strukturierte Geschäftstätigkeit." Dieser informelle Sektor macht zwar bloß ein Sechstel der Wirtschaftleistung insgesamt aus, bietet jedoch Beschäftigung für 88% der arbeitenden Bevölkerung. Charakteristisch sind außerdem seine landwirtschaftliche (70% Agrarproduktion) und ländliche (81% der Kleinst- u. Kleinbetriebe liegen auf dem Lande) Prägung. Es ist ein sehr stark subsistenzwirtschaftlich geprägter Wirtschaftsbereich, in dem lediglich 21% der „Betriebe" lohnbeziehende Mitarbeiter/innen beschäftigen. In den übrigen Fällen handelt es sich um ausschließlich Selbsttätige (eventuell samt Familienangehörigen) oder Beschäftigungsverhältnisse, in denen statt Geld etwa Nahrung „bezahlt" wird. Dass die allermeisten hier Tätigen nicht die Informalität („Schattenwirtschaft") verlassen, erklärt der Bericht als „rationale Entscheidung" – aufgrund der geringen Produktivität würde sich das Gegenteil schlicht nicht lohnen. Keineswegs gehe es um Steuerflucht, wenn nur 3% (!) der ländlichen Kleinbetriebe bei irgendeiner Behörde gemeldet sind. Politisch interessant fallen dann schließlich auch die Wirtschaftsförderempfehlungen der Studie aus, die die „Informalität als Symptom von Problemen in der Wirtschaftsumwelt" deutet. So müssten dringend Transportwege verbessert werden (52% der informell Aktiven brauchen zwischen einer Stunde und einen Tag, um den nächsten Markt oder Kunden zu erreichen). Kreditvergaben, Finanzdienstleistungen fehlen ganz erheblich (nur 5% der informell Produzierenden haben Zugang zu Banken, 85% sind völlig ausgeschlossen von Kreditmöglichkeiten). Schlussendlich geht es um die fehlende oder schwache Infrastruktur; etwa schlicht Zugang zu Strom (6% allein der Gewerbetreibenden sind auf dem Lande elektrifiziert) und Wasser (Versorgung liegt bisher bei knapp 30%). http://www.finmark.org.za 12.06.10 - Ergreifend schön: Stephen Robinsons Natur- & Fußballfotographien Komme soeben zurück von einer faszinierenden Ausstellung in den Räumlichkeiten der AllianceFrançaise: Stephen Robinson zeigt dort zwei neue Fotozyklen, „Luangwa Wild" mit Panoramaaufnahmen aus dem Luangwa Tal und „The Beautiful African Game", eine ganz außerordentliche Bildreihe zu Fußball spielenden Kindern.Stephens Fotobegeisterung sprang vorhin sofort ins Auge, konnte er doch selbst in seiner eigenen Ausstellung kaum aufhören, Szenen durch den Sucher seiner Kamera zu mustern – und wohl auch aufzunehmen. Er erzählte, wie er in den 70er Jahren als Safari-Begleiter Touristen zu Fuß durch den Luangwa Nationalpark führte, und so seine Liebe für die sambischen Naturlandschaften entstand. Tatsächlich ist es den Bildern anzumerken, dass sie ein großer Kenner, Sambiafreund und Naturliebhaber gemacht hat. Die panoramaweiten Landschaftsfotos unter dem Titel „Luangwa Wild" fangen viel Unverwechselbares ein wie dieses typisch warme Nachmittagssavannenlicht; Vogelschwärme über den Flussläufen, Elefantenherden im Schatten hoher Bäume. Zugleich überraschen Stephens Bilder immer wieder als Augenblicksaufnahmen, die Momente und Landschaften zeigen, wie wir sie noch nie gesehen haben. Fotos von ergreifender Schönheit. In einem trefflichen Kontrast, passend zur WM-Zeit, atmen dann die Fotos der Fußball spielenden Kinder einen ganz anderen Geist; sie zeigen ihren Zusammenhalt, kindliches Heldentum, die Hingabe ans Spiel, aber auch pure Akrobatik der Dorfjungs aus der sambischen Südprovinz, wenn sie – leichtfüßig, in Plastikschlappen - von einem flachen Felsen aus irrwitzige Saltos machen. Diese Bilder ziehen so in ihren Bann, dass man am Ende nur noch still davor steht, schaut und staunt – über „the Beautiful African Game". www.spirit-of-the-land.com 05.06.10 - Ambivalentes Jubiläum: Kariba-Staudamm wird 50 Nicht zufällig ist Sambia nach einer mächtigen Wasserader, den Sambesi, benannt; angesichts seines Reichtums an Flussläufen, Seen und überhaupt Niederschlag, erscheint das Land prädestiniert für die Versorgung aus regenerativen Energien. Tatsächlich stammt beinah die gesamte Stromgewinnung aus Wasserkraft; allerdings sind auf dem Lande auch höchstens 4 Prozent der Haushalte elektrifiziert. Der Bedarf scheint rascher zu steigen, als die Versorgung zunimmt. Zweischneidig, kaum vorbildlich, gestaltete sich die Entstehung des damals größten Stausees und Damms; so sehr er für erneuerbare Energienutzung steht, so sehr steht der Kariba-Damm zugleich doch für Natur- und Kulturzerstörung. Eine lokale Sage – Tongamythos des Flussfelsens Nyaminyami – hatte das bereits prophezeit. Beide Anrainerländer des Staudamms, Simbabwe und Sambia, Nord- und Südrhodesien, waren noch britische Kolonien, als Queen Elizabeth II. im Mai 1960 zur feierlichen Eröffnung die Generatoren anwerfen ließ. Vorausgegangen waren seit 1956 Bauarbeiten, die damals als technisches Glanzstück galten, trotz der 86 Todesfälle, die Arbeitsunfälle forderten. Am Ende stand jedenfalls eine Staumauer von gut 600 Metern Breite, 130 Metern Höhe und 13 (oben) bis 26 (unten) Metern Durchmesser. Doch die eigentlichen Opfer des künstlichen Stausees waren nicht nur die einheimischen Tonga – 57.000 Menschen wurden zwangsweise umgesiedelt. Sie verloren ihre fruchtbaren, traditionsträchtigen Dörfer und Orte, und kommen doch bis heute kaum in den Genuss der technischen Errungenschaften – Elektrizität (geht direkt nach Lusaka) und Tourismus (Investoren kommen von außerhalb). (In der Kleinstadt Choma informiert heute ein sehenswertes Museum übrigens über die Geschichte der Tonga.) Auch ließen zahllose Wildtiere im Gebiet des gefluteten Flusstals ihr Leben. Glücklicherweise gab es hier zumindest etwas Linderung – durch die „Operation Noah", die als größte Tierrettungsaktion der Welt gilt. Ein Kreis um den Wildhüter Rupert Fothergill schaffte es damals, so viele Freiwillige zum Mittun zu bewegen, dass es ihnen gelang, 4500 bis zu 6000 Tiere zu retten; darunter Elefanten, Büffel, Nashörner, Löwen, 585 Warzenschweine, 47 Stachelschweine, Hyänen. Wer heute fasziniert auf dem Kariba-Damm steht und hinab blickt, zumal wenn der Seewasserstand die Schleusen zu öffnen gestattet, so dass man die Wassermaßen hinabstürzen sieht, ahnt nichts mehr von der so zerstörungsvollen Entstehung. Der Karibasee schaut ganz natürlich aus. In der Tat lohnt es sich, ihn von Siavonga aus besuchen zu kommen. 25.05.10 - Afrikatag Andere Länder, andere Sitten – und andere Feiertage. Am 25. Mai jährt sich die Gründung der Afrikanischen Union (AU), was stets mit einem Feiertag begangen wird. Kurioserweise findet das Hauptevent in New York statt in Afrika statt. Aber dafür schaut ja in wenigen Wochen alle Welt auf Afrika: Am 11. Juni wird schließlich das erste Turnier der Fußball-WM angepfiffen. http://www.africaday.info/ 15.05.10 - Baptism: Ungewohnter Schwimmbadbesuch An Swimming Pools besteht für Sambiagäste kein Mangel, wenn sie in einer der Lodges oder Hotels absteigen; mal abgesehen von den Nationalparks. Auch jede zweite Villa, in den reicheren Vierteln Lusakas, hat ein kleines Schwimmbecken im Garten. Rar jedoch sind öffentliche Bäder.Neugierig fuhr ich heute Morgen also erstmals zum städtischen Olympia-Freibad. Halb Zehn war es zwar etwas frisch, aber nicht zu kühl. An der Kasse bezahlte ich 8.000 Kwascha Eintritt, wollte schon weiter zur Umkleidekabine, da ging ein Mann im schwarzen Anzug, mit einem Buch unter seinem Arm, am Kassenhäuschen vorbei: „Good Morning, I come for baptism." Wie? Als ich, fertig zum Schwimmen, ans Becken kam, war meine Verblüffung perfekt: Rings ums gr0ße Becken standen oder saßen circa hundert Frauen, Männer, Jungen und Mädchen in gediegener Feiertagskleidung, viele mit Bibel in der Hand, und schauten aufs leere Wasser. Aus mehreren Lautsprechern tönte Gospelmusik. Da stand ich also, in Badehose, zwischen all den andächtig, offenkundig zu einer religiösen Handlung Versammelten. Ja, baptism, dachte ich. Während immer weitere Gemeindemitglieder zum Schwimmbecken strömten, sprang ich rasch ins Wasser und zog meine Bahnen – als sei das ganz normal. „Halleluja" hallt es aus den Boxen. Unter den aufmerksamen Blicken der Kirchengemeinde schwamm ich durch das lange Becken. Schwankte innerlich, wer hier eigentlich fehl am Platze war: der Gottesdienst im Schwimmbad, oder der weiße Schwimmer im Gottesdienst? Nach einer Viertelstunde hatte ich genug und verließ das Wasser sowie die auf ihre Feier wartende Gemeinde. Von der Umkleide aus hörte ich, wie der Pfarrer die Versammelten anwies, am Beckenrand zusammenzurücken: „Then we sing as if it was our last day!" Am Ausgang erklärte mir der Bademeister, dass die Seventh Day Adventist Gemeinde ihren Gottesdienst immer samstags, jedoch nicht immer hier feiere. 11.05.10 - Internationale Demokratieförderung durch die Zambian Governance Foundation Die Frist läuft in Kürze ab: Wenige Tage bleiben bürgerschaftlichen Vereinigungen noch, die sich in Sachen Rechtsstaat oder Good Governance engagieren, um ihren Förderantrag bei der internationalen Zambian Governance Foundation. Seit einigen Monaten greift diese auch von deutscher Seite unterstützte Institution gezielt jenen Organisationen unter die Arme, die entweder schon ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt haben, oder aber durch entsprechende Konzeptpapiere belegen, dass sie das Zeug haben, um einen positiven Unterschied für die politische Landschaft und Entwicklung Sambias zu machen (siehe unten, Stichwort Wahlbeobachtung). Ebenso spannend wie die Erprobung dieser neuen Förderungspraxis wird es, zu beobachten, wer in diesem zweiten Durchgang das „Rennen" machen wird. 06.05.10 - NGOs kritisieren von Gewalt überschattete Nachwahlen in Mufumbwe Sambier sind zu Recht stolz darauf, dass ihr Land überaus friedlich ist. Wenige andere Länder in Afrika verzeichnen so wenig gewaltsame Kriminalität. Was also hier eine Seltenheit darstellt, hat sich vergangene Woche dann doch ereignet: Nachdem sich schon bis zum Wahltag sowohl der Präsident wie auch der wichtigste Herausforderer gegenseitig heftig als „blutrünstiges Monster" sowie „vom Teufel besessen" beschimpft hatten, ging auch die Parlamentsnachwahl im eigentlich sehr ländlich-ruhigen Wahlkreis von Mufumbwe (Nordwest-Provinz) nicht ohne heftige Gewalt ab. So trat das Ergebnis – Ende der MMD-Mehrheit – hinter die Berichte über die Ausschreitungen völllig zurück. Wahlkämpfer beider Parteien (MMD und UPND) sowie mehrere Polizisten erlitten teils schwere Verletzungen. Mehrere Kirchen wurden in Brand gesteckt; Autos beschädigt. Schließlich kamen in Autounfällen zwei Menschen zu Tode. Zeitungen druckten blutige Opferportraits ab. Heute nun legten CARITAS, Anti-Voter-Apathy-Project (AVAP) und die leider staatlich unter enormen Druck gesetzte Vereinigung SACCORD die Ergebnisse ihrer Wahlbeobachtungen vor - und zumindest diese Kritik aus der Mitte der Zivilgesellschaft macht Mut. Unparteiisch, ausgewogen, sorgfältig recherchiert und analyisiert – so präsentieren die drei Nichregierungsorganisationen ihre Beobachtungen und Schlussfolgerungen. Vor allem die politischen Parteien selbst werden ermahnt; die Regierungspartei zumal, da sie nicht sauber zwischen Partei- und Regierungsgeschäften getrennt habe. Nicht nur, dass es im Wahlkampf an Inhalten gefehlt habe, sondern vor allem die „unzivilisierten" gegenseitigen Anfeindungen werden kritisiert. Die Wahlbeobachter pochen auf Einhaltung des electoral code of conduct. Eine unabhängige Kommission soll die Vorfälle in Mufumbwe aufklären, bei denen angeblich sogar Lusakaer Parteikader als Polizisten verkleidet für Unruhe gesorgt und Wähler/innen eingeschüchtert haben. Zwar schreiben die regierungsamtlichen Tageszeitungen, dass die Vorkommnisse, einschließlich der schon im November ebenfalls zu Ungunsten der herrschenden MMD ausgegangenen Nachwahlen im „kosmopolitischen" Wahlkreise von Solwezi, keine Verallgemeinerungen fürs kommende Jahr zuließen. Die Mufumbwe-Vorfälle werden jedoch ernst genommen, steht doch 2011 vor der Präsidentschaftswahl ein gesamtsambischer Wahlkampf vor der Tür, weshalb die Angst aufgekommen ist, dann landesweit ähnliche Ausschreitungen und Machenschaften erwarten zu müssen. 03.05.10 - Kuomboka-Zeremonien 2010: Verloren im dress code alter Traditionen Zu den besonderen, quicklebendigen Schätzen Sambias gehören die traditionellen Zeremonienfeiern (traditional ceremonies). Vielfältig wie die rund 70 Sprachen des Landes, werden sie jährlich in allen Provinzen begangen; spektakulär zumal im Westen und Nordwesten. Eine der prächtigsten Zeremonienfeiern ist die Kuomboka Ceremony in Mongu, Mittelpunkt des alten Barotse-Königreiches; Heimat der Lozi. Die Kuomboka-Feier markiert hier stets, gegen Ende der Regenzeit, den Umzug des Königs und seiner Leute von den Bulozi-Flussebenen des Sambesis zu den höher gelegenen Wohnstätten. Überraschend bot sich dem Publikum diesmal indes ein ganz und gar nicht traditioneller Blickfang: das Staatsoberhaupt im weißen Barett. (http://www.xtremezambia.net/articles/122-news-and-society/676-rupiah-surprises-people-with-white-beret-at-kuomboka) Obwohl es Losi-Sitte ist, unbedingt ein rotes Barett zu tragen, erschien Präsident Banda mit baumwollweißem Haupt – was große Heiterkeit, in Mongu und bis in die Hauptstadt auslöste. Denn die Symbolik dieses un- oder anti-tradtionellen Kleidungsstücks (ja, die Farbe seiner Schirmmütze) hat es in sich – für Sambier. Wider den Ansinnen des Staatschefs – nämlich jede Ähnlichkeit mit einer regierungskritischen Bewegung im Copperbelt zu vermeiden, die sich ausgerechnet mit roten Kappen kleidet, – verfing sich die Wahl des Hutes gleichsam im dress code der Barotse-Traditionen. Diesen zufolge, so höre ich von Kebby aus Mongu, sind weiße Baretts nämlich ausschließlich den ordentlichen Totenwächtern der Losi vorbehalten. Nun lachten viele Kuombokagäste, dass der Präsident zum Todesboten seiner eigenen Regierung mutiere. Und das inmitten des beginnenden Wahlkampfes, der sich bis weit ins Jahr 2011 hinziehen wird. Man kann sich die Aufregung auf allen Seiten vorstellen. 27.04.10 - Strittig statt harmonisch: EPA-Verhandlungen mit EU sorgen weiter für Zwist „Re-Kolonialisierung Afrikas oder Entwicklungsgelegenheit?" - überschrieb CTPD dieser Tage seine Diskussion zu den nach wie vor nicht ausgehandelten „wirtschaftlichen Partnerschaftsabkommen" (Economic Partnership Agreements, kurz: EPAs). EU-Kommissionsvertreter Aloysius Lorkeers hat einen schweren Stand.Eigentlich hätten die seit 2002 verhandelten Abkommen längst unter Dach und Fach sein sollen: Dezember 2007 sah der ursprüngliche Fahrplan dafür vor. Nun peilen die Verhandlungsparteien EU und AKP-Staaten (Afrika-Karibik-Pazifik-Ländergruppe) Ende dieses Jahres an. Die EPAs sind seit dem Jahr 2000 geplant, als das Cotonou-Abkommen in Kraft trat (http://europa.eu/legislation_summaries/development/african_caribbean_pacific_states/r12101_de.htm); Handel und Entwicklung betrifft es gleichermaßen (http://de.wikipedia.org/wiki/Cotonou-Abkommen). Nötig wurden die EPAs, weil mehrere Länder angefochten hatten, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und AKP-Ländern nicht im Einklang mit den übergeordneten Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) seien. Das Fristende rückt näher, die umstrittenen Abkommen mit der EU zu einem Abschluss zu bringen - wenn Länder wie Sambia das wollen. Die öffentliche Meinung sieht am Abend der Podiumsdiskussion nicht danach aus; im Gegensatz zur Regierungsposition. Lusaka steht bei den EPA-Verhandlungen der ESA-Staatengruppe (East and Southern Africa) vor. Dieser Regionalzusammenschluss ist eine von insgesamt sechs Ländergruppen, und so sollen sechs gesonderte Abkommen abgeschlossen werden. Ziel ist es, die regionale wirtschaftliche Integration zu stärken, Handelsbarrieren zu beseitigen, Wirtschaftswachstum zu fördern. Auch viele Polit-Aktivisten in Europa kritisieren seit Jahren, die EPAs brächten Schäden für die afrikanische Lebensqualität, wenn man arme Länder dazu zwingen würde, ihre Zölle auf Produkte aus Europa anzuheben. Die Handelsabkommen, welche die EU den Entwicklungsländern aufzwingen wolle, würden überlegenen europäischen Unternehmen uneingeschränkten Zugang etwa zu den afrikanischen Märkten bereiten, und damit die lokalen Industrien zerstören. Die EU argumentiert, dass es bereits dem bisherigen Rahmen nicht gelungen sei, Entwicklungen herbeizuführen. Die neuen Partnerschaftsabkommen würden den AKP-Staaten helfen, stärkere Volkswirtschaften und regionale Märkte aufzubauen, und somit den lokalen Unternehmen mehr Möglichkeiten verschaffen, Sicherheit aufbauen und neue Investitionen herbeiführen. Während klarer Übergangsphasen werde die EU technische und finanzielle Unterstützung leisten. Hitzige Wortwechsel beherrschten derweil die EPA-Diskussion im Mulungushi-Konferenzzentrum von Lusaka. Zwar beharrte niemand darauf, dass die Abkommen tatsächlich einer erneuten Kolonialisierung Afrikas gleichkommen. Aber enormes Misstrauen wurde deutlich. Wie könne man der Kommission über den Weg trauen, die EU sei doch kein Wohltätigkeitsverein; ihr Eigeninteresse sei schlicht, billig an Afrikas Rohstoffe ranzukommen. Wieso sonst finanzierten die Europa diese aufwendigen Verhandlungen! Afrika gebe bloß den Kampfplatz ab für die Wirtschaftsriesen des Nordens, für Indien, USA, China und Europa. Die EPAs seien allenfalls ein „Psycho-Gimmick". Differenzierter der Standpunkt von Humphrey, der für Handelspolitik zuständig ist beim Jesuit Centre for Theological Reflection (JCTR http://www.jctr.org.zm/), einer der CTPD-Mitgliedsorganisationen. Seiner Meinung nach fördern die EPAs nur dann die dringend notwendige Entwicklung, wenn sie über Güterhandel hinausgehen, also auch Dienstleistungen umfassen, und zum Anderen einschneidende institutionelle Reformen umfassen. Ohne solche profitierten ausschließlich die ohnehin Begünstigten im von zunehmender Ungleichheit gezeichneten Sambia. Das Thema EPAs wird CTPD wohl noch eine Weile intensiv befassen, ist es doch offenkundig ein Kernpolitikum in der Auseinandersetzung über gerechten Handel in der Welt. 22.04.10 - Auswirkungen der Vulkanasche aus Island Soweit Europa normalerweise entfernt scheint, so nah kam es diese Woche wegen der gewaltigen Aschewolke, die den ganzen Flugverkehr zusammen brechen ließ. Als ob Islands Vulkanasche bis nach Lusaka flog.Savior Mwamba, der Direktor des CTPD, etwa sorgte sich bis gestern, seiner lang geplanten Einladung nach Brüssel nicht nachkommen zu können. Endlich nun: die Entwarnung! Weil manche ranghohen Richter aufgrund der Vulkanwolke an Europas Gestaden gestrandet waren, musste dagegen zum Beispiel die Berufsvereinigung der Juristen ihre Jahrestagung auf Unbestimmt verschieben. Eine OECD-Mission zur Begutachtung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Sambia musste fast abgesagt werden – schließlich konnte jedoch eine norwegische Vertreterin anreisen und den Auftrag ausführen. Sambische Klagen wurden indes laut, weil die – einzige direkte – EU-Flugverbindung nach London (British Airways) für mehrere Tage unterbrochen war, Ausfallkosten von 13.000 Dollar sind nun ein großes Thema - sowenig robust ist die Wirtschaft. Verluste aufgrund ausgefallener Flüge betrafen weltweit besonders die Reisebranche. Die lokale Tageszeitung „The Post" zitiert einen TUI-Sprecher, der den Schaden auf 30 Millionen US-Dollar beziffert. Auffälligerweise erwähnt der Artikel gar keine Negativwirkungen für den sambischen Tourismus – entweder übertrifft das Mitgefühl für die Europäer diese Inlandssorge oder – was wahrscheinlich ist - die Verluste scheinen so gering, dass man sie vernachlässigt. (Die Hauptreisewelle wird dieses Jahr ohnehin erst im Anschluss an die Fußball-WM, also ab Juli erwartet.) 16.04.10 - "Stand up 2010“: NGOs forcieren Kampagne zu MDGs Eher zufällig, weil alte E-mail-Verteiler noch meine E-mail-Adresse enthielten, obwohl ich ja längere Zeit außer Landes war, kommt eine Workshopeinladung - die sich als kleiner Glücksfall meiner ersten Arbeitswoche entpuppt. UN-Milleniumkampagne (http://www.un-kampagne.de/) sowie die Initiative Global Call against Poverty (GCAP) (http://www.whiteband.org) laden zum Strategieratschlag; rund 20 AktivistInnen verschiedenster Organisationen geben sich ein Stelldichein. Es macht spürbar, welche Ermutigung von internationalen Bündnissen ausgehen kann. Gut möglich, dass die zivilgesellschaftlichen Akteure in Sambia, geeint durch die MDG-Kampagne, erneut enger zusammen rücken werden – zumindest für 2010.Zwar wollen die Nichtregierungsorganisationen wie jedes Jahr eine möglichst kritische Masse politisch Engagierter zur Vorbereitung des Welttags gegen Armut am 17. Oktober 2010 (http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_für_die_Beseitigung_der_Armut) mobilisieren. Diesmal kommt allerdings ein Umstand hinzu, welcher der Kampagne eine besondere Bedeutung verleiht - die größte UN-Konferenz seit dem Millenniumsgipfel im Jahr 2000: Die Staats- und Regierungschefs der UN-Mitgliedsstaaten treffen sich nämlich im September zum High-Level-Meeting in New York, und zwar um die Umsetzung der MDGs zu überprüfen. Wie hierauf Einfluss zu nehmen sein wird und sich zugleich der Stichtag als Ansporn zur Werbung für die MDG-Politik im Heimatland nutzen lässt – darüber also debattieren beim Strategietreffen einige der wichtigsten NGOs in Sambia; jetzt, wo nur noch fünf Jahre zur Zielerreichung bleiben. Vor zehn Jahren hatten die Staatschefs auf dem New Yorker Millenniumsgipfel versprochen, extreme Armut und Hunger bis 2015 gemeinsam zu bekämpfen. Viele sehen die Konferenz im September nun als letzte Chance, die schleppende Umsetzung der MDGs zu beschleunigen – oder überhaupt ein Scheitern zu verhindern. Dies nimmt man augenscheinlich so auch in Lusaka wahr. 12.04.10 - Ankunft in Lusaka
Unser Ethiopian-Airways-Flugzeug landete am Ende mit nur einer Stunde Verspätung, was uns fast wunderte – nach immerhin drei Zwischenstopps in Rom, Adis Abeba und Harare. Die gefühlte Flugdauer betrug zwei ganze Tage. Verglichen mit der Afrikaanreise eines Armin Hollensteiner (DFB-Blog: http://www.dfb.de/index.php?id=509804), verging die Zeit natürlich wie im Fluge. Denn Hollensteiner brach schon vor einem Monat auf, um erst im Juni zur WM in Südafrika anzukommen – allerdings per Geländefahrzeug von Bielefeld aus. |

Andreas Kahler bloggt bis zum Herbst fĂĽr uns aus Lusaka, wo er das "Center for Trade Policy and Development" (
Anlässlich eines Empfangs für sambische und deutsche Wirtschaftsvertreter kündigt Botschafter Frank Meyke offiziell den Besuch durch Bundesminister Dirk Niebel an.
Gehört für Deutsche der Fernseher zum Existenzminimum, so wäre den Sambiern das Handy das vergleichbar Wichtigste – gäbe es auch hier eine Sozialhilfe. cell oder mobile phones gelten sogar – oder, in Ermangelung irgendwelcher Festnetze: besonders und gerade - auf dem Lande nicht als Luxus, obschon sie gewiss immer auch ein Prestigeobjekt darstellen.
CTPD, das Centre for Trade Policy and Development hat seit Juli eine Folge von Diskussionsforen in verschiedenen Landesteilen durchgeführt, um öffentlich zu beratschlagen, welche Steuern und Abgaben auf den Kupferbergbau das beste Entwicklungsergebnis fürs Land bringen. Nach Hauptstadt und Copperbelt war zuletzt Solwezi im „neuen Kupfergürtel" des Nordwestens an der Reihe:
Spät, aber dann richtig: Erst 2008 wurden empirische Daten erhoben, die nun allerdings eine wirklich repräsentative Grundlage abgeben, um das Profil und die Produktivität der sambischen Wirtschaft vollständig zu beschreiben.
Komme soeben zurück von einer faszinierenden Ausstellung in den Räumlichkeiten der AllianceFrançaise: Stephen Robinson zeigt dort zwei neue Fotozyklen, „Luangwa Wild" mit Panoramaaufnahmen aus dem Luangwa Tal und „The Beautiful African Game", eine ganz außerordentliche Bildreihe zu Fußball spielenden Kindern.
Nicht zufällig ist Sambia nach einer mächtigen Wasserader, den Sambesi, benannt; angesichts seines Reichtums an Flussläufen, Seen und überhaupt Niederschlag, erscheint das Land prädestiniert für die Versorgung aus regenerativen Energien.
Andere Länder, andere Sitten – und andere Feiertage. Am 25. Mai jährt sich die Gründung der Afrikanischen Union (AU), was stets mit einem Feiertag begangen wird. Kurioserweise findet das Hauptevent in New York statt in Afrika statt. Aber dafür schaut ja in wenigen Wochen alle Welt auf Afrika: Am 11. Juni wird schließlich das erste Turnier der Fußball-WM angepfiffen.
An Swimming Pools besteht für Sambiagäste kein Mangel, wenn sie in einer der Lodges oder Hotels absteigen; mal abgesehen von den Nationalparks. Auch jede zweite Villa, in den reicheren Vierteln Lusakas, hat ein kleines Schwimmbecken im Garten. Rar jedoch sind öffentliche Bäder.
Sambier sind zu Recht stolz darauf, dass ihr Land überaus friedlich ist. Wenige andere Länder in Afrika verzeichnen so wenig gewaltsame Kriminalität.
Zu den besonderen, quicklebendigen Schätzen Sambias gehören die traditionellen Zeremonienfeiern (traditional ceremonies). Vielfältig wie die rund 70 Sprachen des Landes, werden sie jährlich in allen Provinzen begangen; spektakulär zumal im Westen und Nordwesten.
„Re-Kolonialisierung Afrikas oder Entwicklungsgelegenheit?" - überschrieb CTPD dieser Tage seine Diskussion zu den nach wie vor nicht ausgehandelten „wirtschaftlichen Partnerschaftsabkommen" (Economic Partnership Agreements, kurz: EPAs). EU-Kommissionsvertreter Aloysius Lorkeers hat einen schweren Stand.
Soweit Europa normalerweise entfernt scheint, so nah kam es diese Woche wegen der gewaltigen Aschewolke, die den ganzen Flugverkehr zusammen brechen lieĂź. Als ob Islands Vulkanasche bis nach Lusaka flog.
Eher zufällig, weil alte E-mail-Verteiler noch meine E-mail-Adresse enthielten, obwohl ich ja längere Zeit außer Landes war, kommt eine Workshopeinladung - die sich als kleiner Glücksfall meiner ersten Arbeitswoche entpuppt. UN-Milleniumkampagne (
Wie erfrischend: Sobald wir sambischen Boden betreten, setzt ein leichter Nieselregen ein (die Regenzeit ist also noch nicht völlig vorbei). Es ist sehr warm in Lusaka, und er tut richtig gut nach 17 Flugstunden.

