Suedafrika Blog - Mpumalanga

Vera Dwors berichtet aus Mpumalanga/Südafrika

Vera Dwors ist Leiterin der Geschäftsstelle des Mpumalanga-Forums NRW.

Sie berichtet hier über aktuelle Ereignisse wie Delegationsreisen nach Mpumalanga, Termine und Projekte hierzulande.

Hintergrund zur Partnerschaft NRW-Mpumalanga:
NRW hat im Februar 2008 die seit 1995 mit der südafrikanischen Provinz bestehende Partnerschaft verlängert. Das Pendant zum Mpumalanga-Forum in NRW auf südafrikanischer Seite: Shiyakha – Mpumalanga Civil Society Forum. Die gemeinsamen Aktivitäten dienen dem Austausch von Erfahrungen und dem Ausbau von Kooperationen.

Siehe auch weiterführende Informationen des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen:

Partnerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit der Provinz Mpumalanga





„Südafrika in Zukunft - Zivilgesellschaft und Wirtschaft gemeinsam für Bildung, Energie und Gesundheit" am 30. Und 31. Oktober 2012


Die alljährliche Tagung des Mpumalanga Forum NRW mit dem Thema „Südafrika in Zukunft - Zivilgesellschaft und Wirtschaft gemeinsam für Bildung, Energie und Gesundheit", fand dieses Jahr in der Evangelischen Akademie Villigst statt. Die insgesamt über 50 Teilnehmer/innen kamen dabei aus den verschiedensten Bereichen der Politik, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Diese Mischung sorgte für eine Vielfalt an Eindrücken, Expertisen und Meinungen die für alle Teilnehmer/innen äußerst interessant war. Besonders die Gäste aus Südafrika selbst, konnten mit ihren Erfahrungsberichten aus erster Hand Aspekte aufzeigen, die sonst sicher unbeachtet geblieben wären.

Der erste Tag stand im Zeichen der Verantwortung von Unternehmen und ihrer Rolle bei der nachhaltigen Entwicklung Südafrikas. Nach einer Einführung von Dr. Peter Markus (Mpumalanga Forum NRW) gab es erste Beiträge von Raymand Medhurst (Botschaftsrat Republik Südafrika), Andreas Wenzel (Südafrika Initiative der deutschen Wirtschaft), Volker Lübke (CorA Netzwerk) und Uwe Bothur (Umckaloabo Stiftung). Einhelliger Tenor war dabei, dass es ohne eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung nicht möglich sein wird, den Weg der positiven Entwicklung Südafrikas weiter zu gehen. Dabei muss diese aber ihrer Verantwortung gerecht werden verantwortungsvoll zu investieren. Zivilgesellschaftliche Akteure zeigten sich dabei durchaus offen für eine engere Kooperation von „profit" und „non-profit", solange es nicht ausschließlich zum Reinwaschen der Unternehmen benutzt wird.

Am Abend gab die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, Dr. Angelica Schwall-Düren bekannt, dass die offizielle Partnerschaft der Provinz Mpumalanga mit dem Land Nordrhein Westfalen sowie die Arbeit des Mpumalanga Forums NRW, auch über das Jahr 2013 hinaus weitergehen wird. Sie lobte die gute Arbeit und betonte die Wichtigkeit der Partnerschaft und des Austausches zwischen den beiden Ländern. Die Schwerpunkte für die weitere Zusammenarbeit sah sie dabei, wie auch Matthias Seiche vom BMZ, vor allem in den Bereichen Energie, Bildung, Gesundheit und Good Governance. Auch Honorarkonsul Jörg Hübner, lobte die gute Zusammenarbeit und stellte die führende Rolle NRWs im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit heraus.

Zu Beginn des zweiten Tages hatten dann die Akteure aus der Zivilgesellschaft die Möglichkeit ihre Projekte, die sie in Südafrika durchführen, vorzustellen. Diese deckten dabei eine große Bandbreite ab. Von Sportprojekten wie „Borussia Commondale" oder „Auf Ballhöhe" über Gesundheitsprojekte wie von „Igugu" oder „Kirche und Wirtschaft gegen HIV/Aids" und Bildungsprojekte wie von den Scouts Südafrika. Dazu kamen Projekte zur Förderung regenerativer Energien der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, sowie ein Agrar-Projekt von Studierenden der Fachhochschule Südwestfalen. Auch die Wirtschaft konnte in Form der Hering GmbH & Co. KG ihre Arbeit in Südafrika vorstellen. Gemeinsam kam man zu der Ansicht, dass besonders die Begegnungen auf Augenhöhe wichtig für die Zusammenarbeit sind und neben der finanziellen Unterstützung auch das menschliche Miteinander einen besonderen Platz haben muss.

Im Anschluss wurde noch eine Diskussion mit Vertretern des Landtags NRW Andrea Asch von den Grünen, Markus Töns von der SPD sowie Nico Kern von den Piraten), der Staatskanzlei NRW, der Geschäftsführerin Gabriela Büssemaker von Engagement Global und Ute Hedrich für die Evangelischen Kirche Westfalen geführt, bei der sich die Teilnehmer/innen auf die von Dr. Angelica Schwall - Düren angeregten Ziele verständigen konnten. Zudem stellten sie heraus, dass das Thema Entwicklungszusammenarbeit in NRW angekommen ist.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung und freuen uns auf den fortgesetzten konstruktiven Dialog aller Beteiligten. Die gesicherte Zukunft des Mpumalanga Forums NRW, gibt allen Engagierten sicher noch einmal neue Motivation, den bisher eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und ist auch als Zeichen der Anerkennung für ihre Anstrengungen zu verstehen.

Foto oben: Die Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren bei der Jahrestagung des Mpumalanga Forum NRW in Villigst.


Landwirtschaft - eine Hoffnung für Südafrika?
Große Gegensätze, eine Wirtschaft im Umbruch und phantastische Landschaften - das ist Südafrika, wie es zehn Studierende des Masterstudiengangs Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen vom 11. - 27. April 2012 gemeinsam mit den Professoren Dr. Thomas Weyer - Mitglied der Steuerungsgruppe des Mpumalanga Forums - und Dr. Wolf Lorleberg erleben durften. Trotz wirtschaftlichen Erfolgen leben noch immer große Teile der Bevölkerung in ärmsten Verhältnissen. Verschiedene Projekte zeigen, dass die Land- und Ernährungswirtschaft einen wichtigen Beitrag für eine bessere Zukunft des Landes leisten kann.

Als Agrarstandort bietet Südafrika auf seinen riesigen Flächen fast alle landwirtschaftlichen Produkte. Vor allem  Sonderkulturen leisten einen hohen Exportbeitrag und bieten viele Arbeitsplätze. Das Produktionspotenzial hält Herrmann Intemann, Referent für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Deutschen Botschaft in Pretoria, allerdings für  weitgehend ausgeschöpft, denn das Wasser ist knapp. Auch die Besitzverhältnisse innerhalb des Sektors stellen ein Problem  dar. Auf Grundlage des „Land Reform Acts" von 1994 sollen bis 2014 30 Prozent der von Weißen bewirtschafteten Flächen an  schwarze Farmer übertragen werden. Bisher wurden nur schätzungsweise acht Prozent umverteilt. Außerdem werden mehr als  90 Prozent der umverteilten Flächen nicht voll genutzt. Tragisch sind Fälle ehemals erfolgreicher Obst- und Gemüsebetriebe,  deren Produktion und Exportleistung zusammenbrach. Experten kritisieren die fehlende Begleitung für neu angesiedelte  Farmer, keinen Zugang zu Infrastruktur sowie fehlendes Know How. Da die Fortführung des Reformprozesses unklar ist,  halten sich Investoren zurück, junge Leute meiden die Landwirtschaft ganz oder gehen in die Nachbarländer.

Upcoming Farmers - Neues schwarzes Unternehmertum
Dass auch auf kleinen Flächen erfolgreiche Landwirtschaftsbetriebe entstehen können, demonstrieren Dr. Smith und Mr. Lulama, Mitarbeiter
beim „Agricultural Research Council"(ARC), der staatlichen Agrarforschungsorganisation. Sie betreuen 36 kleinere Farmen schwarzer Bauern, die Leitbetriebe für insgesamt 1.500 Kleinfarmen werden sollen. Ziel ist dabei das Ingangsetzen eines eigenständigen, partizipativen Prozesses und gegenseitiger Qualifizierung. Die Voraussetzungen sind gut: Die Leitbetriebe haben gesicherten Bodenbesitz, Zugang zu Wasser über Bohrlöcher und Zisternen sowie durch die Nähe zur Stadt eine gute Ausgangslage für die Vermarktung. Die Betriebe stehen für einen neuen Typ schwarzer (Agrar-) UnternehmerInnen, der bereit ist, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Erste Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit sind die Ausrichtung auf konservierende Bodenbearbeitung, der Einsatz von Pflanzenkomposten und tierischem Dung und die Professionalisierung der Vermarktung. Einige der Betriebe haben es bereits zu Direktlieferanten bei der Supermarktkette „Pick and Pay" geschafft. Zwei der Leitbetriebe werden außerdem von Quereinsteigern geführt. Sie erbringen den Beweis, dass mit Einsatz und guten Rahmenbedingungen ein Neustart in der Landwirtschaft möglich ist.

Hilfe zur Selbsthilfe
Ähnliche Konzepte verfolgen die Agrarwissenschaftler vom ARC für tropische und subtropische Pflanzen in Nelspruit. Sie unterstützten Farmern, die für den Markt produzieren und mindestens einen ha mit einer neuen Baumkultur bepflanzen wollen. Für diese kleineren Betriebe bietet der regionale Markt noch großes Potenzial. Sie erhalten Setzlinge zum halben Preis, Beratung und Unterstützung bei der Vermarktung.
Gegen einen symbolischen Preis erhalten Interessierte Setzlinge. Hätte man die Bäume verschenkt, wären sie nicht als Eigentum akzeptiert, und niemand fühlte sich verantwortlich. Auf Selbstversorgung und Ernährungssicherung ist dagegen das „Eastern Cape Garden Project" ausgerichtet. Ziel ist es in 10.000 Hausgärten zwei Millionen Obstbäume zu setzen.

Kinder und Jugend in Gefahr
Die HIV-Gefahr wurde von offizieller Seite bisher ignorierte und sogar bestritten. Wie Monika M. Sommer, Referentin für Arbeit und Soziales der Deutschen Botschaft, berichtete, hat die aktuelle Regierung nun endlich Schritte zur Bekämpfung der  Krankheit und zur Verbesserung des Gesundheitssystems eingeleitet. Doch vor allem im ländlichen Raum besteht noch großer  Handlungsbedarf: In vielen Familien sind durch den Tod junger und älterer Erwachsener nur noch alte Menschen und Kinder  übrig. Um AIDS-Waisen und unterversorgte Kinder kümmert sich das Hilfswerk „Children in Distress" im Gebiet White River.  Es versorgt rund 470 Kinder und 250 sog. Care Givers (Gast-, Stief- und Großeltern) mit Lebensmitteln, die von lokalen  Geschäftsleuten gespendet werden. Zusätzlich gibt es Hausaufgabenbetreuung, ergänzenden Unterricht, Sport und Spiele.  Auch die Mithilfe der Soester ist willkommen: Demnächst werden vier Studierende beim Anlegen von Gemüsegärten und  neuer Anbaufläche helfen. Das soll das Projekt langfristig sichern.

Farmer mit sozialer Verantwortung
Gudrun und Johann Engelbrecht gehören zu einer deutschsprachigen Gemeinde von 2.500 Personen, die aus der Ansiedlung lutherischer Missionare und Handwerker der Hermannsburger Mission entstanden ist. Auf 1.800 ha betreiben sie Waldbau, Ackerbau sowie Fleischrinderhaltung und Schweinzucht. Es gilt so viele Menschen wie möglich zu beschäftigen, „denn wenn wir es nicht tun, tut es niemand". 70 Angestellte zählen die Farm und das zugehörige Gästehaus. Davon leben im angrenzenden Dorf fast alle 22 Familien mit 220 bis 250 Menschen. Die Engelbrechts haben auch eine Schule gebaut. Denn zur Verantwortung gehört nicht nur regelmäßiger Lohn, sondern zusätzlich eine Wohnung, Strom, Wasser sowie Hilfestellung im Alltag. Zudem gründete die ev. Kirchengemeinde Commondale das Hilfsprojekt „Thol'ulwazi Thol'impolo" (durch Wissen das Leben gewinnen). Es umfasst einen mobilen HIV-Untersuchungsdienst, Beratung und Aufklärung und hat nach zähen Verhandlungen mit der Regierung auch die Erlaubnis für AIDS-Behandlungen. Vor allem die Risikogruppe der jungen Männer war trotzdem schwer zu erreichen. Deshalb wurde der Fußballverein „Borussia 09 Commendale" gegründet. Über den Sport kann nun auch diesen geholfen werden.

Gruppenfoto oben: Die Soester Exkursionsgruppe mit den ReferentInnen Sommer und Intemann bei der Deutschen Botschaft in Pretoria



Die Clowntour 2012 läuft!



Seit dem 2. Juni sind zum zweiten Mal sechs Clowns aus der "Clownschool for Life Mpumalanga", gegründet von "Clownschools for Life e.V." Düsseldorf, für vier Wochen in Deutschland.

Am 3. Juni wurden sie mit dem "Prix de Ellnere" des St.-Sebastianus Schützenvereins Düsseldorf-Eller ausgezeichnet.

Danach waren wir auf Einladung des FPI/EAG einige Tage am Beversee bei Hückeswagen und probten Stücke und Workshops.

Seit dem 8.6. nun geben die Clowns mit großem Erfolg Workshops in Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen des Caritasverbandes für das Erzbistum Köln, der das Projekt maßgeblich unterstützt,
ebenso wie die Stiftung Umwelt und Entwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen. Hierfür unseren ganz besonderen Dank!

Bei den Workshops kommt es manchmal zu Begegnungen der besonderen Art, wie hier zu sehen.

Am Samstag, dem 16.6., treten die Clowns beim China-Tag in Düsseldorf auf, und zwar um 14:30 und 17 Uhr auf der Bühne vor dem Düsseldorfer Rathaus.
Hintergrund: NRW, Sichuan und Mpumalanga sind alle untereinander Partnerländer bzw. -provinzen.
Dann kommt es auch zu einer besonderen Aktion mit chinesischen Kindern, die wir bereits in ihrer Schule besucht haben.

Einen weiteren öffentlichen Auftritt haben die Clowns am Samstag, dem 23.6., um 15 Uhr beim SAITTA-Fest auf dem Barbarossa-Platz in Düsseldorf-Oberkassel, wo wir eine Spende für den Unterricht in den Townshipschulen erhalten werden.

Der Unterricht läuft seit Februar 2012 wöchentlich in drei Schulen und
erfreut sich bereits großer Beliebtheit.
Ihn würden wir gerne weiter ausbauen.

Wir haben einen sehr schönen Flyer zur Clowntour 2012, den man hier anschauen und herunterladen kann:
www.nemo.de/pdfs/flyerclowntour2012.pdf
Dort stehen auch alle Infos zur Tour und zum Projekt.

Außerdem stellen wir täglich neue Bilder von der Clowntour ins Internet. die auf der Seite www.clownschulenfuersleben.de sind sie zu sehen.

Dort ist auch ein Video zu sehen, aufgenommen beim Auftritt am 12.6.2012 für den Heimatverein "Düsseldorfer Jonges", der das Projekt 2010 und 2011 unterstützt hatte.

Das Clownschulprojekt "Clownschools for Life e.V." entwickelt sich weiter hervorragend.
Wir führen seit kurzem Gespräche über neue Projekte in Südafrika und weiteren afrikanischen und europäischen Ländern.

So viel für heute!

Herzlichen Gruß
Wolfgang Neuhausen / NEMO
www.clownschoolsforlife.net + www.clownschulenfuersleben.de + www.csfl.org





GeaSphere kritisiert Landtransformation durch Nutzholzplantagen


Auf Einladung des Mpumalanga-Forums NRW gaben am Dienstag den 24. April 2012 Aktivisten der Umweltorganisation GeaSphere im Karula Hotel, White River, eine Einführung in die Problematik der industriellen Holzproduktion im südlichen Afrika. Deren Auswirkung auf Wasserressourcen, Biodiversität und kommunales Leben bildet dabei den Schwerpunkt der Arbeit von GeaSphere.
GeaSphere mit Registrierungen in Südafrika, Swaziland und Mozambique hat seine Wurzeln in einem Treffen zur südafrikanischen Wasserkrise, abgehalten in Nelspruit 1999, und besteht formal seit 2003. Derzeit beschäftigt GeaSphere fünf Koordinatoren in Teilzeit und erhält einen Großteil seiner Mittel durch die Swedish Society for Nature Conservation, deren Förderung allerdings in diesem Jahr ausläuft.

Aus der Sicht von GeaSphere ist die großflächige Transformation von natürlicher Vegetation in Plantagen-Monokulturen, wie sie entlang der Niederschlagsgebiete im südlichen Afrika seit den 1950er Jahren umfassend geschieht, problematisch. Besonders in Mpumalanga ist dadurch der Großteil des einstmals für die Region bestimmenden Biotops, das montane Grasland, verloren gegangen.
Diese Entwicklung bedeutet dabei nicht nur einen Verlust an Artenvielfalt, sondern auch den Verlust der Regenwasserregulierung durch das Grasland: dessen komplexes Wurzelsystem speichert dabei  in niederschlagsintensiven Zeiten Wasser wie ein Schwamm und gibt es erst nach und nach an die Umwelt ab. In Plantagengebieten kommt es nun zu Bodenerosion und der Freischwemmung von Fels und Gestein, was die zukünftige landwirtschaftliche Nutzung dieser Gebiete kaum noch möglich macht. Auf diese Weise gehen in Ländern mit wachsenden Bevölkerungszahlen potentielle Ackerflächen verloren.
Die bepflanzten, nichtheimischen Arten (vor allem Kiefer, Eukalyptus und Akazie) verfügen über ernorm tief reichende Wurzeln, was zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels führt. Für lokale Gemeinschaften erschwert dies den Zugang zu Trinkwasser teilweise ungemein. Zugleich sind bereits große Weideflächen in Plantagen umgewandelt worden, oder aber ihre Nutzung wird durch die nicht kontrollierte Invasion mit den Plantagenarten unmöglich gemacht.
Demgegenüber steht die Zertifizierung des Plantagenholzes durch den Forest Stewardship Council (FSC) als Produkt aus nachhaltiger Forstwirtschaft, obwohl – zumindest aus der Sicht von GeaSphere – die Zertifizierungsrichtlinien klar verletzt werden. Diese Richtlinien betreffen in direkter Weise die langfristige Erhaltung von Wasserressourcen, Böden und Biodiversität.
Daraus resultierende formale Beschwerden von GeaSphere beim FSC waren aber nicht erfolgreich. GeaSphere bezweifelt allerdings zugleich eine neutrale Bewertung dieser Beschwerden aufgrund enger personeller Verflechtungen zwischen FSC und Forestry South Africa (FSA), dem Dachverband der südafrikanischen Holzindustrie, und setzt sich daher wiederholt für eine Aberkennung des FSC-Siegels ein.
Insgesamt versucht GeaSphere in seiner Arbeit sowohl globale Aufmerksamkeit auf die Risiken der Holzproduktion in solch großem Stil zu lenken, als auch lokal seine Bedenken gegenüber der Forstwirtschaft zu verbreiten. Aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen im südlichen Afrika nimmt GeaSphere hier allerdings eine kontroverse Position ein: besonders in Mpumalanga hängt eine große Zahl von Arbeitsplätzen direkt oder indirekt von der Forstwirtschaft ab. Durch die hohen Rotationszeiten ist die Zahl der Arbeitsplätze pro Plantagenfläche aber im Verhältnis gegenüber anderen Wirtschaftszweigen sehr gering. Dies hängt auch mit der derzeitigen Art der Bewirtschaftung im Gegensatz zu Modellen nachhaltiger Forstwirtschaft zusammen.
Über den Austausch mit lokalen Gemeinschaften ist in den letzten Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den traditionellen Heilern aus Bushbuckridge entstanden. Diese sind durch den Verlust natürlicher
Vegetation, welche eine wichtige Quelle für traditionelle Medizin ist, direkt betroffen. Aus dieser Kooperation haben sich verschiedene Aktionen entwickelt, etwa zum Day of Action for Rivers im Januar 2012.           Durch die enge Verflechtung der Plantagenproblematik mit Wasserangelegenheiten ist GeaSphere Vorstandsmitglied des South African Water Caucus (SAWC), ein Verbund verschiedener Nicht- Regierungs-Organisationen, und seiner lokalen Vertretung, dem Mpumalanga Water Caucus (MWC), sowie aktiv in der Gestaltung seiner Treffen. GeaSphere verfügt über eine aktive Netzgemeinschaft  mit einer Mailingliste von etwa 1.500 Mitgliedern und veröffentlicht regelmäßig Berichte und Videos.


geasphere.co.za  •  facebook.com/geasphere  •  youtube.com/user/geasphereafrica

www.thepetitionsite.com/1/stop-plantations-mozambique

FSC - Die richtige Wahl? - http://www.youtube.com

Day of Action for Rivers – http://www.youtube.com






Ein Grund zu feiern – 10 Jahre Mpumalanga Forum NRW


Das Mpumalanga Forum NRW hat sich vor zehn Jahren mit dem Wunsch zusammen
gefunden, die vielen Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger Nordrhein-Westfalens sichtbar zu machen und ihnen die Partnerschaft mit der südafrikanischen Provinz näher zu bringen.

Der runde Geburtstag konnte am 08. Dezember 2011 in der Villa Horion in Düsseldorf
gefeiert werden. Neben Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtages waren
selbstverständlich die Mitglieder, Unterstützer und Unterstützerinnen des Forums aus den
Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und der Wirtschaft zu Gast.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Landtags NRW, Eckhard Uhlenberg und
Dr. Herbert Jakoby von der Staatskanzlei NRW, eröffnete der neue Botschafter Südafrikas
Excellency Reverend Makhenkesi Arnold Stofile die Veranstaltung.
Für über 70 Gäste war dieser Abend eine gute Gelegenheit, die bestehende Vernetzung zu  festigen und neue Kooperationen anzuregen – oder einfach das Wiedersehen mit
Gleichgesinnten zu feiern und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zu genießen.

10 Jahre Mpumalanga Forum NRW im spannenden Rückblick und mit vielgestaltigen Perspektiven bietet auch die soeben veröffentlichte neue Broschüre "10 Jahre Mpumalanga Forum NRW - engagierte Partnerschaft mit der Regenbogennation" - hier zum Download



Clowns aus Mpumalanga in NRW unterwegs


Ein Team von 7 Ehrenamtlichen bereitete in intensiver Arbeit und mit Hingabe 8 Monate lang die "Clowntour 2011" vor, sammelte Gelder und akquirierte 26 Auftritte für 6 junge Leute aus dem Clownschulprojekt Mpumalanga von "Clownschools for Life e.V.".

Die Tour übertraf alle Erwartungen, sowohl die der Clowns, als auch die des Organisationsteams.
Die Aufführungen und Workshops der Clowns kamen durchweg Klasse an, die Clowns eroberten die Herzen der Zuschauer jeden Alters im Sturm.

Hier einige Highlights der Clowntour 2011:

6 Auftritte bei der FIFA Frauen-WM 2011 in 3 Städten

Auftritt im Landtag NRW auf Einladung des Vorsitzenden des Kulturausschusses des Landtages, Dr. Fritz Behrens

Solidaritäts- und Mitmach-Auftritt Japanische Schule in Düsseldorf 150 Schüler

Workshop mit traumatisierten Kindern im Kinderdorf Leichlingen

Pan-Afrika-Aufritt bei Düssel-Buntu

Auftritt beim Mpumalanga-Forum NRW in Villigst
Auftritt in der neurologischen Klinik in Meerbusch
Auftritt im sozialpsychiatrischen Zentrum in Köln
Auftritt Paritätischer Wohlfahrtsverband
Auftritt bei der Verleihung des Kinderrechte-Preises in Köln
Auftritt bei der Verleihung der Preise „Best Practice Gesundheit.NRW“ in Düsseldorf in Anwesenheit von Ministerin Barbara Steffens
Auftritte in 6 Einrichtungen der Caritas
Auftritte in 3 DRK-Zentren

Empfang durch die DRK-Botschafterin Dr. Achenbach


Tagung “Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit in Mpumalanga/Südafrika und NRW/Deutschland“ am 8.und 9. Juli 2011.

“Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit in Mpumalanga/Südafrika und NRW/Deutschland“ ist das Thema der Tagung 44 der Evangelischen Akademie Villigst am Freitag, 8.Juli und Samstag, 9. Juli 2011. Vor dem Klimagipfel in Durban/Südafrika 2011 und der Rio-Folgekonferenz 2012 diskutieren wird diskutiert, wie Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit in NRW/Deutschland und Mpumalanga/Südafrika erreichbar sind.

Die Tagung wird eröffnet durch südafrikanische Regierungsvertreter und Herrn Honorarkonsul Hübner zum Thema „Nachhaltige Entwicklung und die Millennium Development Goals – Perspektiven in Mpumalanga/Südafrika“. Alle Aspekte der Problematik werden durch hochrangige Referenten vorgestellt, u.a. aus der Politik durch Umweltminister Johannes Remmel am Freitag zum Thema „Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz in NRW“ und  Frau Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren am Samstag auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „Auf dem Weg nach Durban und Rio +20 – Politik und Zivilgesellschaft für Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit“. Christoph Bals von Germanwatch eröffnet die Abenddiskussion am Freitag mit einem Referat „Zivilgesellschaft – Motor für eine nachhaltige Entwicklung und Klimagerechtigkeit in Nord und Süd“.

Programm der Tagung



Ein Lächeln ins Gesicht zaubern – 10.06.2010


In Nelspruit, dem WM-Austragungsort in Mpumalanga, wollen Nemo und die Clowns seiner Düsseldorfer „Clown School for Life“ die Zeit für die teilnehmenden Nationen „mit einem Lächeln versüßen“.

Video: http://www.youtube.com/v/WEZPSrhICvw

Dazu mehr im folgenden Artikel der Westfälischen Nachrichten:
http://www.westfaelische-nachrichten.de/sport/wm_2010/vermischtes/1335189_Ein_Laecheln_ins_Gesicht_zaubern.html




Borussia Commondale - Sozialarbeiter gründet Verein in Südafrika 

Dortmund, 08.06.2010, Andreas Winkelsträter


Rolf-Arnd Marewski gründete in Südafrika den Fußball-Verein „Borussia Commondale“.
Das Bild zeigt ihn mit seinem afrikanischen Kollegen Muzi Hlatshwayo und Pfarrerin Ute Hedrich.

Eigentlich wollte er nur herausfinden, was deutsche Fußballfans während der WM in Südafrika erwartet: Rolf-Arnd Marewski, Leiter des Fan-Projektes in Dortmund. Dass er auf dem Schwarzen Erdteil einen Fußballverein gründen würde, das konnte er nicht ahnen.

„Er heißt, in Anlehnung an den BVB, Borussia Commendale“, erklärte der Sozialarbeiter, der als neues Mitglied des „Mpumalanga-Forums“ Südafrika besuchte. Dieses wurde Ende 2001 mit dem Ziel gegründet, allen Organisationen in NRW, die Beziehungen zur Partnerprovinz in Südafrika unterhalten, eine Plattform für den Erfahrungsaustausch, wechselseitige Information und gemeinsames Lernen für Bürgerinnen und Bürger in Nord und Süd anzubieten.
Schon 2006 während der WM in Dortmund knüpfte Marewski Kontakte zu einer Delegation aus dem südafrikanischen Nelspruit, deren Mitglieder begeistert waren von den Fanbotschaften in der Westfalenmetropole.

Mitstreiter gesucht
Und so informierte sich der Sozialarbeiter mit anderen Mitgliedern des Mpumalanga-Forums in der WM-Spielstadt Nelspruit über die dortigen Vorbereitungen für die WM.
Bei einem Besuch der evangelisch-lutherischen Gemeinde Augsburg in Commondale im südlichsten Zipfel der Provinz Mpumalanga ergab sich dann für Marewski die Gelegenheit, nachhaltig seine Erfahrungen und Netzwerke im Bereich der Sozialarbeit durch Sport vorzustellen. In dieser Gemeinde, die am südlichsten Zipfel Mpumalangas von deutschstämmigen Farmern gegründet wurde und unterhalten wird, übernehmen schwarze „peer educators“, denen christliche Werte vermittelt wurden, zunehmend soziale Aufgaben in
der Gemeinde.
„Und hier kümmert sich der 25-jährige Muzi Hlatshwayo um die vielen Jugendlichen, die ohne Perspektive auf der Straße leben“, so Rolf-Arnd Marewski.
Als jener im Gespräch mit dem Dortmunder erklärte, er wisse nicht, wie er die Jugendlichen erreichen können, hatte Marewski die zündende Idee: „Gründe einen Fußballverein!“, riet er ihm. Gesagt, getan. Das war die Geburtsstunde von „Borussia Commendale“. „Durch den Aufbau eines Fußballvereins schafft man Strukturen für junge Menschen, um sie wieder erreichbar zu machen und an die Gemeinde zu binden“, so der 52-Jährige.
Nun möchte er den Fußballverein in Südafrika weiter unterstützen, will seine vorhandenen Netzwerke nutzen. Dazu sucht er noch Mitstreiter. Beide Seiten sind total begeistert. Bis zu einem Spiel zwischen dem BVB, der seine Unterstützung zugesagt hat, und Borussia Commondale wird es sicher noch lange dauern. Doch Marewski betont: „Ich bleibe am Ball!“




Bericht der Reisegruppe des Mpumalanga-Forums vom 10.4. bis 19.04.2010


 Mpumalanga Reisebericht als PDF downloaden

Nelspruit, 14.04.2010

Heute Morgen wurden wir von Vertretern des Gesundheitsministeriums empfangen um über unsere Arbeit und einige Probleme in den Projekten zu sprechen. Ute Hedrich (evangelische Kirche NRWs) stellte gemeinsam mit ihrem Projektpartner die seit Februar 2010 offiziell eingeweihte HIV/Aids mobile clinic vor. Mit einem umgebauten Van  fahren eine Krankenschwester und eine Assistentin Farmen in dem Distrikt Piet Retief an um dort hunderte von Farmarbeiten und ihren Familien medizinisch zu versorgen. Die Nachfrage ist so groß, dass sich der Papierhersteller Mondi dem Projekt angeschlossen hat und nun eine zweite mobile clinic finanzieren möchte. Das Gesundheitsministerium wurde gebeten die Gehälter des Gesundheitspersonals hierfür zu stellen. Auch wurde das Gesundheitsministerium gebeten der mobile clinic die Zulassung für die Ausgabe der lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente zu erteilten. Darüber hinaus möchten die Farmer ein ungenutztes Gebäude des Gesundheitsministeriums in Commondale als eine dauerhafte Gesundheitsstation einrichten. Das Gebäude wird derzeit nicht genutzt.

action medeor wäre bereit einen sogenannten CD4Counter für die mobile clinic zur Verfügung zu stellen, jedoch ist das von der Firma Partec angebotene Gerät nicht in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zugelassen. Dabei ist das Gerät wesentlich günstiger als das amerikanische Produkt. Wir baten das Gesundheitsministerium sich dieser Problematik anzunehmen und die Zulassung so  schnell wie möglich zu prüfen.

Die Vertreter nahmen unsere Anfragen und Vorschläge auf und werden diese an den Gesundheitsminister weiter tragen. Wir hoffen auf eine schnelle Antwort.


Besuch des staatlichen Krankenhauses in Themba

Nach dem Besuch im Ministerium fuhren die Mitglieder der Arbeitsgruppe Gesundheit zu dem staatlichen Krankenhaus in Themba. Hier trafen wir uns mit Dr Ngomane (Head of HIV/Aids Section in the Department of Health), die uns über die HIV/Aids Situation in Mpumalanga aufklärte. Verlässliche Statistiken über das Ausmaß der Epidemie in Mpumalanga gibt es nicht. Laut einer Studie in der Schwangere auf HIV getestet wurden sind über 34 Prozent der Frauen HIV positiv. In einigen Gebieten, besonders in den Townships, geht man von einer wesentlich höheren Prävalenz (bis zu 50 Prozent) in der Bevölkerung aus.

Die Regierung hat im April 2010 einige neue Gesetzte zur Bekämpfung von HIV/Aids erlassen. Die Gesundheitsministerien auf Provinzebene müssen nun viel mehr und viel größere HIV/Aids Aufklärungs- und Testkampagnen in den verschiedenen Distrikten durchführen. Präsident Jacob Zuma hat sich vor einigen Wochen selbst öffentlich testen lassen um diese Aufklärungs- und Testkampagnen zu unterstützen. Phasenweise sollen bis Ende September 2010 mehr als 200 kleinere Gesundheitsstationen in der Provinz die Zulassung für die Ausgabe von ARVs erhalten. Die Ausgabe der antiretroviralen Medikamente wird dann direkt über eine Krankenschwester und nicht wie bisher über einen Arzt ausgeben werden können. Für diese Aufgabe werden bereits viele Krankenschwestern zusätzlich im Bereich HIV/Aids geschult. Somit sollen Zukünftig HIV positive Menschen besonders in den ländlichen und entfernt gelegenen Gebieten einen Zugang zu ARVs bekommen.

Das Themba Hospital liegt in einem ländlichen und sehr ärmlichen Gebiet. Es ist Anlaufstelle für zirka 340.000 Einwohner. Da die HIV/Aids Station gerade erneuert wird, werden die Patienten in einfachen Containern getestet und behandelt. Insgesamt betreut das Krankenhaus 4.363 HIV/Aids Patienten, davon 273 Kinder. Eine große Schwierigkeit stellt die Nachversorgung von Patienten dar. Viele Patienten kommen unregelmäßig oder überhaupt nicht zu weiteren Untersuchungsterminen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: die teilweise hohen Transportkosten können nicht von allen Patienten getragen werden. Diskriminierung gegen HIV positive Menschen hält einige Patienten ab die HIV/Aids Station aufzusuchen. Besonders hoch ist die Diskriminierung unter dem Krankenhauspersonal. Viele Angestellte des Krankenhauses trauen sich nicht sich testen zu lassen oder ihre ARVs in der Ausgabestelle abzuholen, da sie Kollegen/innen dabei sehen könnten.

Für die sogenannten ´follow ups` der Patienten gibt es zu wenig Pfleger/Pflegerinnen (Home Based Carers) und Sozialarbeiter die sich um den Verbleib der Patienten, die nicht mehr zu Untersuchungsterminen erscheinen, kümmern könnten.

Resistenzen sind eine große Gefahr für die Patienten die ihre ARVs unterbrechen oder nicht regelmäßig nehmen.

Ein weiteres Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit unter HIV positiven Menschen. Auch wenn es vielen Patienten nach Beginn der antiretroviralen Therapie gesundheitlich besser geht, sind sie nur schwer vermittelbar. Um die hohe Arbeitslosigkeit unter den Patienten zu verringern hat das Krankenhausmanagement einige einkommensschaffende Maßnahmen innerhalb des Krankenhauses (Reinigung, Wäscherei) angestoßen. ´Wir versuchen unsere arbeitsfähigen Patienten bei uns im Krankenhaus zu beschäftigen und sie in Selbsthilfegruppen unterzubringen`, so der Direktor des Krankenhauses.

Neben der Geburtenstation ist speziell für HIV positive Schwangere eine PMTCT (Prevention of Mother To Child Transmission) Station eingerichtet worden. Leider werden nach wie vor viele Säuglinge mit dem Virus über die Mutter angesteckt.

Den hohen Bedarf an medizinischer Versorgung von HIV positiven kann das Krankenhaus in Themba nicht gerecht werden. Das Krankenhausmanagement begrüßt die neue Maßnahmen der Regierung die medizinische Versorgung von HIV/Aids betroffenen Menschen in die ´Communities`, in die Dörfer und Townships zu bringen. Nur so kann eine dauerhafte medizinischer Versorgung der Bevölkerung geschaffen werden. Ob und wann diese Maßnahmen umgesetzt werden wird sich zeigen.


Besuch einer privaten HIV/Aids Klinik

Nach dem Besuch des Krankenhauses besuchten wir eine nahe gelegene privat finanzierte HIV/Aids Klinik. Der Unterschied zwischen den beiden Gesundheitseinrichtungen könnte größer kaum sein. Die Klinik betreut über 5.000 HIV positive Menschen, über 3.000 erhalten ARVs, davon 300 Kinder. Die Klinik wird vorrangig von weißen südafrikanischen Ärzten betreut. Es gibt eine gut ausgestattete Gynäkologie- und Mutter-zu-Kind Station. ´Wir haben seit Einführung der Prävention von Mutter-zu-Kind-Übertragung nur einen Säugling der HIV positiv nach der Geburt war`, so die Frauenärztin. Schwangere werden hier fürsorglich beraten und behandelt. Ein großes Problem welches die Klinik beobachtet ist der immer häufiger vorkommende Gebärmutterhalskrebs besonders bei jungen Frauen. ´Wir retten diese Frauen erst vor Aids und dann sterben sie qualvoll an dem Krebs`, so die Ärztin. Seit Beginn des Jahres hat die Klinik nun ein Gerät zur Entfernung von Krebszellen bekommen. Somit können viele Frauen auf Gebärmutterhalskrebs untersucht und auffällige Zellen direkt entfernt werden.

Die Kinderstation ist in bunten Farben gehalten, Spielzeug und einen Spielplatz ist für die Kinder bereitgestellt. ´Die Kinder kommen gern zu uns`, so die Sozialarbeiterin.

Die Hausapotheke ist mit ARVs für die nächsten drei Monate bestückt. Die Medikamente die früher von PEPFAR Geldern finanziert wurden, stellt nun der Staat. ´Insgesamt sind wir sehr gut ausgestattet`, so der Apotheker.

Die Gruppe war beeindruckt von der Arbeit und der Ausstattung der Klinik.

Kathrin Rolka/action medeor,  Project Coordinator


Nelspruit 12.04.10

Offizielle Begrüßung des Mpumalanga-Forums

Angekommen in Nelspruit, Hauptstadt der Provinz Mpumalanga wurde die Delegation heute Morgen herzlich vom MEC (Minister of the Executive Counsil) Mr Mashlangu (Minister für Umwelt, Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung der Provinz Mpumalanga) begrüßt.

Es sind nur noch 59 Tage bis zur WM 2010 – das sind weniger als 2 Monate. Die Fifa, die vor einigen Tagen Mpumalanga besuchte ist von den bisherigen Entwicklungen sehr zu frieden. Der Rasen des Mpumalanga Stadiums ist der zweit Beste in Südafrika, erzählt Mashlangu stolz. Auch das nationale Parlament stellte letzte Woche in einem Besuch der Provinz fest, das Mpumalangas Infrastruktur, Hotel- und Parkplatzanlagen, Krankenhäuser etc. am Zweitbesten von allen Provinzen abschneidet (Capetown ist auf Platz 1). ´All dies ist mit großer Unterstützung der Partner aus NRW entstanden`, so Mashlangu.

Aber natürlich darf hierbei auch nicht die Kehrseite der Medaille vergessen werden. Mit einer HIV/Aids Rate von über 15 Prozent hat Mpumalanga Province eine der höchsten HIV/Aids Prävalenzen im Land. Ute Hedrich, Pastorin der evangelischen Kirche Westfalens berichtet dem MEC die Problematik „on the ground“ und erzählt von einem gemeinsamen Projekt einer HIV/Aids mobile clinic. Dieses Projekt wurde vor zwei Jahren von der Kirche geplant und konnte dank finanzieller Unterstützung vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie dem Gesundheitsministerium von Mpumalanga in diesem Jahr verwirklicht werden. Jedoch fehlt es der mobile clinic an einem wichtigen Diagnose Gerät, dem sogenannten CD4 Counter. Dieses Gerät misst das Vorkommen einer Gruppe der T-Helferzellen (weiße Blutkörperchen) im Blut und kann somit den Krankheitsgrad eines Patienten bestimmen. Sobald der CD4 Wert unter 200m³ liegt, wird in Südafrika die lebensnotwendige Antiretrovirale Therapie (ART) begonnen.

Ein kostengünstiges Gerät von der Firma Partec soll der HIV/Aids mobile clinic von action medeor übergeben werden, jedoch  hat dieses spezielle Gerät der Firma noch keine Zulassung in Südafrika erhalten. Außerdem können bisher noch keine Antiretroviralen Medikamente (ARV) von der mobile clinic direkt dem Patienten gegeben werden. Aus diesem Grund, können bisher keine Patienten die so notwendige Therapie von der mobile clinic erhalten, sondern müssen die oft hunderte Kilometer entfernt gelegenen ARV- zugelassenen Kliniken aufsuchen.

Dies nahm der MEC zur Kenntnis und bedauerte den unbefriedigenden Zustand der mobile clinic. Es muss eine schnelle Klärung geben, warum der CD4 Counter von Partec noch  nicht die notwendige Zulassung erhalten hat um das Versäumnis schnell aus der Welt zu schaffen, so Mashlangu. Außerdem muss das Gesundheitsministerium prüfen, ob die mobile clinic ARVs an die Patienten verteilen darf. Diese und viele weitere Fragen werden wir hoffentlich am Mittwochmorgen direkt mit dem Gesundheitsministerium klären können.

Neben Gesundheitsthemen, stellten auch Andreas Henning (InWEnt), Jörg Hagmeier (Scouts Mpumalanga), Peter Reichenbach (Seven Gardens) und Gabriela Schmitt (Arbeit und Leben) ihre Projekte, Probleme sowie neue Ideen im Bereich Ausbildungsförderung, Kultur, Kunst sowie Jugendarbeit vor. MEC Mashlangu nahm sich für jeden der Teilnehmer Zeit, beantwortete Fragen und ging auf mögliche Kooperationsvorschläge ein.

Insgesamt ein sehr erfolgreiches Treffen der Delegation mit dem MEC.

Besuch des Fussballstadiums von Mpumalanga

Nach dem Treffen mit MEC Mashlangu besuchte die Gruppe das für die WM 2010 erbaute Stadium von Mpumalanga. Hier finden 4 Vorrundenspiele der WM statt. Die deutsche Nationalmannschaft wird hier leider nicht kicken. Das Gebäude in den buntesten Farben gestrichen, zeigt in seiner Architektur einige Tierarten der Provinz. So ähneln die Träger des Stadiums riesigen Giraffen, die Tribünen und Sitzplätze sind in ihren schwarz-weißen Farben Zebras sehr ähnlich und die Treppen zu den Tribünen haben die Form und Farbe von Schlangen.

Nach der WM 2010 soll an das Stadium ein Trainingszentrum für Sportler gebaut werden. Darüber hinaus werden hier im nächsten Jahr die Cricket-Weltmeisterschaft sowie das Leitathletikturnier stattfinden.

Insgesamt ein beeindruckender Tag.


Johannesburg 10.04.2010

Etwas müde vom langen Flug ist die Reisegruppe des Mpumalanga-Forums in Johannesburg International Airport am 10.04.2010 angekommen. Nach einer kurzen Erfrischung in der Lakeview Lodge sitzen wir auch schon alle zusammen, stellen uns kurz vor und erzählen unsere Erwartungen von der Reise. Wir sind eine bunte Haribo Mischung, so viel steht fest.

Jeder möchte natürlich sein/ihre Projektpartner sehen, neue und alte Projekte besuchen, Ideen austauschen und mit vielen neuen Eindrücke, Motivation und Arbeit nach Hause fahren. Als Mpumalanga-Forum möchten wir auch neue Netwerke knüpfen, das hiesige Mpumalanga-Forum in Nelspruit unterstützen, gemeinsam Ministerien der Provinz Mpumalanga besuchen und uns kulturell austauschen.

Treffen mit der Gründerin der Organisation Ekupholeni Mental Health and Trauma Center

Am frühen Nachmittag besuchen wir die Psychologin und Gründerin der Organisation Ekupholeni Mental Health and Trauma Center, Johanna Kistner in ihrem Privathaus in Johannesburg. Das Haus ist einfach, Kaffee und Kuchen sind liebevoll serviert und ihre Lebensgefährtin begrüßt uns herzlich. Wir nehmen Platz und nach einer kurzen Begrüßungsrunde erzählt uns Johanna von ihrer Arbeit, von der Organisation und den vielen Menschen die sie tagtäglich aufsuchen.

In und um Johannesburg leben tausende von Flüchtlingen aus Burundi, Rwanda, Zimbabwe und DR Kongo in Townships.

´Sie haben schreckliches durchlebt. Sie mussten zusehen wie ihre Eltern, Kinder, Freunde und Verwandte politisch verfolgt und ermordet wurden. Selbst dem Tod entgangen, wussten viele der Betroffenen nicht wohin sie gehen sollten, wer ihnen helfen könnte`. Johanna fragt sich bei vielen ihrer Patienten immer noch wie sie es über die Grenze bis Johannesburg geschafft haben. Einmal in Johannesburg angekommen sehen viele keinen anderen Ausweg sich in der Kriminalität und/ oder Prostitution ihren Lebensunterhalt zu „verdienen“. Besonders betroffen sind tausende Kinder und Jugendliche die jedes Jahr in Johannesburg ankommen, ohne Bezugsperson, ohne Nahrungsmittel, ohne Kleidung und ohne Schutz.

Auch der illegale Handel mit Menschen ist in Johannesburg grausame Realität. Johanna berichtet von einer jungen Frau, die nachdem sie ihre Familie verloren hatte, von einer Bekannten nach Johannesburg geschickt wurde. Der Onkel, der sich um sie kümmern sollte schwängerte die junge Frau und verstieß sie. Die junge Frau kam in das Township in dem tausende Menschen mit ähnlichen Schicksalen jeden Tag aufs Neue versuchen zu überleben.

Die Flüchtlinge sind von vielen, teilweise auch selbst von der Armut betroffenen Südafrikanern verhasst. In 2008 eskalierte die Situation und die Flüchtlingslager wie Sophiatown und Bertrams in und um Johannesburg wurden attackiert. 160 Menschen sterben. Da die Polizei nicht einschreitet, fliehen 24.000 Menschen mit dem was sie noch mitnehmen können in die Polizeistationen. Über Wochen verließen sie die Polizeistationen nicht und (über-)lebten auf engstem Raum, ohne fließendes Wasser, Strom, Nahrung und Bekleidung.

Nach den Attacken sieht sich die Organisation Ekupholeni neuen Herhausforderungen gestellt. ´Viele Patienten die zu uns kommen haben seit Tagen nichts gegessen`, sagt Johanna. Neben der psychologischen Behandlung die in Einzel- und Gruppengesprächen stattfindet, muss sich die Organisation nun um Nahrungsmittel und Mikrokredite für ihre Patienten kümmern. Johanna, die seit zwei Jahren als Psychologin für das Richard Oswald Center in Sophiatown arbeitet erfährt jeden Tag aufs Neue das Leid der Flüchtlinge. Nach den Attacken haben viele Flüchtlinge ihre Hütten und Zelte wieder neu aufgebaut. Wo sonst sollten sie auch hin?

Die südafrikanischen Behörden stehen den großen Flüchtlingsströmen tatenlos und hilflos gegenüber. Dabei stehen laut südafrikanischem Recht Kindern und Jugendlichen der gleiche Schutz und die gleichen Zuwendungen zu wie südafrikanischen Kindern- theoretisch.

´Die Attacken auf die Flüchtlinge werden zurück kommen`, sagt Johanna. ´Nach der Weltmeisterschaft werden wir euch hier raus kriegen und dann hilft euch auch keine Polizei mehr, denn die ist auf unserer Seit`, solche und ähnliche Drohungen erhalten viele von Johannas Patienten täglich. Die Regierung kann oder will nichts gehen die drohenden Ausschreitungen tun. Johanna ist eine von vielen die versucht auf die Problematik aufmerksam zu machen und die Flüchtlinge und ihre Patienten zu schützen. Ein Kampf der fast aussichtslos scheint.

´Ob es denn schon mal jemand aus der Armut und den Flüchtlingstownships geschafft hat`, will ich wissen. Johanna lächelt müde ´None has made it` - ´Keiner hat es geschafft`.

Wir bedanken uns bei Johanna und verabschieden uns mit gemischten Gefühlen von Wut, Trauer und Aussichtslosigkeit aber auch mit der Frage ´Was können wir tun um Johanna in ihrem Kampf für die Flüchtlinge zu helfen`.

Buchtipp zu diesem Thema: ´Suitcase Stories` von Diane Welvering and  Glynis Clacherty

Treffen mit Dr. Almud Pollmeier und Carsten Daus von der Thabang Society

Am Abend treffen wir Dr. Almud Pollmeier und ihren Lebensgefährten Carsten Daus von der Thabang Society in unserer Lodge. action medeor e.V. unterstützt seit 2006 das von Dr. Pollmeier geleitete HIV/Aids Therapie und Beratungszentrum in dem 100.000 Einwohner großen Township Tumahole/Parys. In einer einstündigen Präsentation erzählen uns Almud und Carsten von ihrer Arbeit. Das HIV/Aids Therapie- und Beratungszentrum hat seit der Eröffnung im März 2008 knapp 1.000 HIV positive Patienten in Behandlung, wovon fast 400 die lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente erhalten. ´Und es werden jeden Tag mehr`, berichtet Almud. Die Bewohner des Townships haben das Zentrum sehr gut angenommen und verweisen auf das ´white house`- das weiße Haus (es ist weiß angestrichen) wenn jemand medizinische Hilfe braucht. Mittlerweile kommen auch Patienten aus einem kleineren benachbarten Township in das Zentrum. Anfänglich hatte Almud noch Sorge, dass auf Grund von Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV/Aids Betroffenen niemand das Zentrum aufsuchen wird. Auch kritische Stimmen aus der weißen Bevölkerung machten die Ärztin unsicher. Zu Unrecht, wie sich herausstellte.

Da das Zentrum mittlerweile überfüllt ist, Patienten jeden freien Platz einnehmen und die Behandlung unter diesen Umständen immer schwieriger wird, ist eine umfassende Vergrößerung des Zentrums geplant. Action medeor wird für die Baumaßnahmen in Kürze einen Antrag an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einreichen.

Die Thabang Society betreibt neben dem HIV/Aids Therapie- und Beratungszentrum noch viele weitere Projekte im Bereich Erwachsenenbildung, Kinder- und Jugendarbeit sowie Ausbildungsförderung. Dabei stießen Almud und Carsten auf reges Interesse in der Gruppe. Erste gemeinsame Ideen für eine Zusammenarbeit mit der Thabang Society wurden mit einzelnen Mitgliedern des Forums nach der Präsentation besprochen.

Es sind genau diese Synergie-Effekte, die diese Reise so wertvoll machen.

 Mpumalanga Reisebericht als PDF downloaden




Bericht Mpumalanga-Reise 27.2.2010-9.3.2010

von Wolfgang Neuhausen/Nemo

Clownschools for life





Samstag, 27.2.2010, Düsseldorf-Nelspruit, Ankunft Sonntag, 28.2.2010, 13 Uhr

 

Montag, 1.3.2010, Arbeitstreffen mit Jörg Hagmaier und Clowntrainer Lucky Bembe.

 

Dienstag, 2.3.2010, Probe mit dem Performance Team in Mpumalanga Performance Arts Laboratory, Gespräch mit Sifiso, Project Director der Clownschool Mpumalanga – Bildung eines Netzwerkes u.a. mit Childline, Hilfswerk für traumatisierte und benachteiligte Kinder.

Mittwoch, 3.3.2010, Probe mit dem Performance Team in der Tekwane South Community Hall und Zusage von Margaret und Ray zur Clowntrainer-Tätigkeit

S.a. Video-Statements auf www.youtube.com/CLOWNSCHOOLSFORLIFE !

Nachmittags Performance in Rahmen der 100-Tage-Feier der Mbombela Municipality…

…und Nelspruit Host City .Hier fand auch ein kurzes Treffen mit MEC Mashlangu statt, dem Minister für wirtschaftl. Entwicklung, Umwelt und Tourismus.

Donnerstag, 4.3.2010

Skizzierung der Drei-Sparten-Struktur bei der WM:

1. Performance Team 2. Clown Cheerleader Team, 3. Streetclown Team

Plan, mit Gehörlosen-Institutionen zusammenzuarbeiten Workshops für Gehörlose anzubieten und gemeinsame Auftritte mit Gehörlosen auf Bühnen und im wöchentlichen Gehörlosen-TV durchzuführen.

 

Freitag, 5.3.2010

Gespräch im 2010 Office. Sehr gutes Feedback der Gesprächsteilnehmer auf die Vorschläge!

Die Teilnahme der Clowns an der Wm 2010 ist zu 98% seitens der Regierung von Mpumalanga zu 98% sicher!

Idee mit Angebotscharakter von Janine Julies, das Performance Team im Rahmen des YESS-Projektes, (Ausbildung von Lehrern zu Fußballtrainern) an 13 Workshoptagen in sogen. Integrated Schools, Schulen für Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen bis Ende des Jahres teilnehmen zu lassen. Auch hier KV erstellen!!

Samstag, 6.3.2010, Planungsgespräch, Auswertung, Abrechnung.

Sonntag, 7.3.2010, 13.15 Uhr Abflug nach Kapstadt

 

Montag, 8.3.2010, Treffen mit Danie Botha, Ubuntu4u.

Danie Botha will sich für die Zusammenarbeit von CSFL mit Projekten in Townships bei Kapstadt einsetzen. Ein erstes Projekt wäre das Joint Venture mit einem Choreografie-Projekt für junge Menschen. Des weiteren steht seinerseits die Reisekostenfinanzierung eines Besuches von mir in Bothas Zentrum für traumatisierte Folteropfer in Namibia an.

Dienstag, 9.3.2010, 5.25 Uhr Landung in Frankfurt/Main, 8.31 Uhr Ankunft in Düsseldorf.

Gez. Wolfgang Neuhausen / NEMO, 10.3.2010, Düsseldorf



Johannesburg, 04.02.2010

Es ist in dieser Woche gerade erst 20 Jahre her, dass die Rede von de Klerk der erste Schritt zur Freiheit des Landes geebnet hat und am 11. Februar 2010 jährt sich die Freilassung Mandelas zum zwanzigsten Mal. Wir müssen von außen lernen, das Land aus dieser historischen Perspektive zu sehen und dürfen nicht vergessen, dass gemessen an den Gefahren des Wandels und dem Weg, den das Land im Falle eines gewalttätigen Umbruchs getan hätte, Südafrika auf einem guten Weg ist.


Südafrika ist eine stabile Demokratie. Seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung seit 1994 verläuft dynamisch. Die makroökonomischen Rahmendaten sind hervorragend – eine geringe Inflationsrate, eine niedrige Staatsverschuldung und hohe Devisenreserven.

Dennoch ist – als Folge der Apartheid – die Kluft zwischen arm und reich extrem wie in kaum einem anderen Land der Welt. Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei 24 % und inoffiziell bei 40 %. Der Anteil an gut ausgebildeten Schwarzen ist noch viel zu gering, da sie in den früheren Jahren von der Ausbildung und Qualifizierung fern gehalten wurden. 50 % der 18 bis 25 jährigen sind erwerbslos.

Die Ungleichheit wird auch mit Blick auf die gesundheitliche Situation der Bevölkerungsgruppen deutlich – HIV / Aids an erster Stelle. Südafrika ist wegen der starken Nutzung von Kohle und Kohleverflüssigung eine der weltweit größten CO² Emittenten. 45 Prozent der Ausstöße des gesamten afrikanischen Kontinents werden in Südafrika freigesetzt das geht einher mit 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Kontinents.
Die Energieeffizienz des Landes hinkt in sämtlichen Sektoren internationalen Entwicklungen hinterher. Die Energieknappheit treibt den Verbrauch fossiler Energie voran. Dem muss durch die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit erneuerbarer Energien und Verbesserung der Energieeffizienz begegnet werden.

Wir müssen unsere Wahrnehmung des Kontinents ändern und die Gegensätze differenzierter sehen. Die Arbeit unserer Partnerschaften und Projekte kann Stück für Stück dazu beitragen Es wird Zeit für ein neues Afrikabild.
Ein wichtiger Schritt dahin kann die Fußball WM in diesem Jahr werden. Tatsache ist, die Stadien für das Turnier sind fertig. Die Spiele des ConfedCups im vergangenen Jahr waren sogar besser besucht als die des entsprechenden Wettbewerbs 2005 in Deutschland. KE NAKO – es geht los, Südafrika!

Mit sonnigen Grüßen aus Jo´burg, Vera